Ein Onkologe schaut sich die Mammografie einer Patientin an. (Symbolbild: Keystone)
International

Zahl der Krebsfälle wird sich fast verdoppeln

Krebs trifft nicht nur in Europa Millionen Menschen: Die Zahl der Fälle dürfte sich nach einer Prognose der WHO bis 2040 fast verdoppeln.

Jedes Jahr 1,3 Millionen Tote und 3,5 Millionen neue Fälle in Europa: Gegen die hohen Krebszahlen will die Europäische Union gezielter und mit vereinten Kräften vorgehen. Zum Weltkrebstag am Dienstag lancierte die EU-Kommission am Dienstag «Europas Plan zum Sieg über den Krebs».

Ziele sind mehr Forschung, mehr Datenaustausch und bessere Vorsorge. Denn die Heilungschancen in den 27 EU-Staaten sind heute sehr unterschiedlich, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen beklagte.

Europa muss mehr tun

Krebs trifft nicht nur in Europa Millionen Menschen: Die Zahl der Fälle dürfte sich nach einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis 2040 fast verdoppeln.

2018 erkrankten laut WHO weltweit 18,1 Millionen Menschen neu an Krebs, 9,6 Millionen Menschen starben daran. Im Jahr 2040 dürften etwa 29 bis 37 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken. Gründe für den Anstieg sind unter anderem die wachsende Weltbevölkerung und die Tatsache, dass viele Menschen älter werden.

Von der Leyen erinnerte in einer Rede zum Anti-Krebs-Plan daran, dass ihre Schwester im Alter von elf Jahren an einem Tumor gestorben sei – einer der Gründe für sie, Ärztin zu werden. Fast jeder kenne die Krankheit bei Angehörigen oder Bekannten und auch die damit verbundene Hilflosigkeit. Doch gemeinsam könne und müsse Europa mehr tun.

Untragbare Unterschiede

Die unterschiedlichen Überlebenschancen seien untragbar, sagte von der Leyen: «Für eine Frau mit Gebärmutterhalskrebs in Rumänien ist es 16 Mal wahrscheinlicher zu sterben als für eine Frau in Italien.» Alle Bürger müssten ebenso Zugang zu Früherkennungsuntersuchungen haben wie zu den Impfungen etwa gegen Gebärmutterhalskrebs. «Wir können 100 Prozent der Bevölkerung erreichen», sagte von der Leyen.

Insgesamt müsse die Vorbeugung verbessert werden, denn 40 Prozent der Krebsfälle seien vermeidbar, sagte die Kommissionspräsidentin. Zu erwägen seien etwa Zielmarken für Präventionsausgaben. Auch der Lebensstil habe enormen Einfluss. Es gehe darum, Sport und gesunde Ernährung voranzubringen.

Strategie entwickeln

Besondere Bedeutung habe die Erforschung neuer Technologie wie künstlicher Intelligenz, die zum Beispiel Frühdiagnosen verbessern könne. Wichtig sei zudem der Datenaustausch. Dafür errichte die Kommission eine gemeinsame Plattform für Gesundheitsdaten, auf der Wissenschaftler ihre Erkenntnisse austauschen könnten.

Zu dem Anti-Krebs-Plan sollen sich zunächst Fachleute, Forscher, Ärzte und Patienten in einer sogenannten Konsultation äussern. Die Ergebnisse sollen in eine Strategie einfliessen.

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