In Basel soll es bald eine kostenlose Tagesbetreuung von Kindern geben, fordert die SP. (Symbolbild: Keystone)
Basel

Gibt es in Basel schon bald Gratis-Kitas?

Eine gross angelegte Online-Umfrage der Basler SP hat ergeben: Die Teilnehmer wollen Gratis-Kitas in Basel. Die SP will nun eine Initiative lancieren.

Kostenlose Tagesbetreuung für Kinder, das liegt den Teilnehmern eines Online-Votings besonders am Herzen. Durchgeführt hat die Umfrage die Basler SP im letzten November. Darin konnte die Basler Bevölkerung zwischen sechs Initiativ-Ideen der Sozialdemokraten auswählen.

Über 1700 Personen stimmten ab und das Voting hat ergeben: Eine Initiative für die kostenlose Tagesbetreuung und eine «Direktabzug-statt-Schulden-Initiative» sind die drängendsten Themen. 572 Stimmende, also rund ein Drittel der Befragten, sprechen sich für Gratis-Kitas aus, 559 für den Direktabzug. Somit will man eine Initiative für die kostenlose Kinderbetreuung in Basel noch im Frühling lancieren, wie die Basler SP am Montag mitteilte.

Wie der Name es sagt, will die SP Gratis-Kitas in Basel schaffen. Es gehe darum, die Finanzierung des bestehenden Systems zu ändern und dieses auszubauen, erklärt SP-Präsident Pascal Pfister auf Anfrage. Das heisst: Es sollen bereits bestehende Kitas zu Gratis-Kitas umgenutzt werden. Neue Tagesstätten sollen nur entstehen, falls nötig. «Dies wäre der Fall, wenn die Nachfrage nach dem Kita-Angebot zunehmen würde», erklärt Pfister. Davon geht die SP im Falle von kostenlosen Tagesstätten aus.

Finanziert durch den Steuerzahler

Wie viele Kitas in Basel künftig kostenlos werden sollen und welche Standorte dies sein werden, kann die SP momentan noch nicht sagen. Dafür sei es noch zu früh, erklärt Pfister auf Anfrage. Wie viel das neue Modell den Kanton kosten würde, ist ebenfalls noch nicht klar. Sicher aber einen «substanziellen Betrag, der durch den Steuerzahler finanziert würde», so SP-Präsident Pfister.

Am Ende profitiert der Steuerzahler aber von den Gratis-Kitas, ist die SP überzeugt. Und jeder habe ein Anspruch auf das Angebot – auch Spitzenverdiener. Pfister vergleicht das Modell mit dem Bildungssystem: Die Schule werde auch vom Kanton finanziert und jeder könne sie besuchen, unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Heisse Debatten noch in diesem Jahr

Mit dem Online-Voting hat die Basler SP ein neues Verfahren gewählt, um Initiativen auf den Weg zu bringen. Laut der Partei ist das Vorgehen gelungen: Das Voting habe guten Anklang gefunden, heisst es in der Mitteilung. «Auf diese Weise konnten wir die Abstützung unserer Idee in der Bevölkerung schon vor der Unterschriftensammlung vergrössern. Wir lancieren also eine Initiative, welche bereits eine grosse Unterstützung hat», lässt sich Pfister zitieren.

Die SP ist zuversichtlich, die nötigen 3000 Unterschriften innert nützlicher Frist beisammen zu haben. Die Initiative soll noch in diesem Jahr eingereicht werden. Ob sie politisch durchkommt? Die Vorlage dürfte auf jeden Fall heiss diskutiert werden. Spannende Debatten im Grossen Rat sind vorprogrammiert.

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