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Schweiz

Immer mehr Schweizer wandern aus

Immer mehr Schweizer verlassen das Land, eine Krankenkasse testet die Selbstdiagnose und die CS spionierte Greenpeace aus. Die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:

Schweizer ziehen nach Frankreich, Deutschland und Amerika

Schweizerinnen und Schweiz zieht es ins Ausland. Besonders bliebt bei den Auswanderern sind Frankreich, Deutschland und die USA. Aber auch Australien oder Thailand stehen hoch im Kurs. In den letzten Jahren hat die Anzahl Schweizer, die ihre Heimat verlassen, deutlich zugenommen, schreibt der «SonntagsBlick». Gleichzeitig sind weniger Schweizer aus dem Ausland zurückgekehrt. Das Resultat: Auf 24’000 Rückkehrer kamen 2017 und 2018 rund 32’000 Auswanderer. Für 2019 sind noch keine Zahlen erhältlich. Schlüsselt man die Zahlen auf, so zeigt sich: 36 Prozent aller Auswanderer sind zwischen 20 und 35 Jahre alt. Damit sind es überdurchschnittlich oft Junge, die ihre Koffer packen. Ein Studium oder der Antritt einer Stelle stehen dabei im Vordergrund. Bei einer zweiten Gruppe handle es sich um frühere Einwanderer, die nun als Doppelbürger in ihre Heimat zurückkehrten. Die dritte Gruppe machen die Rentner aus, insbesondere die 64- und 65-Jährigen.

USA warnen die Schweiz vor Huawei

Die USA machen Druck auf Deutschland und die Schweiz. Sie fordern, beim Aufbau des 5G-Netzes auf chinesische Huawei-Technologien zu verzichten. Mehrmals haben in den letzten Wochen US-Vertreter beim eidgenössischen Aussendepartement (EDA) interveniert, wie ein EDA-Sprecher gegenüber der «SonntagsZeitung» bestätigte. Die USA glauben nun offenbar, den Beweis gefunden zu haben, dass Huawei für China Spionage betreibt. Das deutsche Auswärtige Amt nimmt den Hinweis ernst. Ganz anders in der Schweiz. Hier verhallen die Warnungen der USA weiterhin. Man will dem Druck aus Washington offenbar trotz der angeblichen Spionagebeweise nicht nachgeben. Schweizer Behörden sehen im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen die Huawei-Problematik eher als Schauplatz eines Handelskriegs denn als Sicherheitsproblem.

Schweiz bei 5G europaweit führend

In der Schweiz haben sich jeweils drei Unternehmen mit einem Partner für den Aufbau des 5G-Netzes zusammengetan. Sunrise hat sich mit Huawei verbündet, die Swisscom mit der schwedischen Ericsson und Salt mit Nokia. In einem Gespräch mit dem «Dimanche Matin» und der «NZZ am Sonntag» wies Ericsson-Konzernchef Börje Ekholm darauf hin, dass der Schweizer Markt sehr speziell sei. Die Behörden hätten in der Schweiz die Konzessionen rasch und zu einem guten Preis zugeteilt. Die Schweiz sei europaweit führend bei den 5G-Netzen. Das sei für die Innovation und die Digitalisierung enorm wichtig. Allerdings ist in jüngster Zeit der Widerstand gegen die Antennen spürbar gestiegen. Hier gelte es, die Öffentlichkeit von den Vorteilen zu überzeugen. Die Gegner der 5G-Technologie fürchten vor allem die hohe Abstrahlung der Antennen. Neue Antennen liessen sich nicht ohne die Zustimmung der Bevölkerung aufbauen, so die Gegner.

Tiefere Prämie durch Messgerät statt Arzt

Die Krankenkasse Swica lanciert eine Do-it-yourself-Diagnose. Erste Versicherte der Kasse werden ab März einige der häufigsten Untersuchungen zu Hause durchführen können statt zum Arzt gehen zu müssen. In einem Pilotversuch bis Ende Jahr will das Unternehmen zunächst 2000 Messinstrumente des israelischen Herstellers Tyto Care an ausgewählte Kunden verteilen, schreibt die «NZZ am Sonntag». Mit dem Diagnosegerät lassen sich im Krankheitsfall Herz und Lunge abhören oder Aufnahmen des Rachens und des Gehörgangs machen. Anschliessend werden die medizinischen Daten per Smartphone an ärztliches Fachpersonal übermittelt und von diesem analysiert. Angeleitet werden die Patienten Schritt für Schritt von einer mit dem Messgerät gekoppelten Smartphone-App oder auch online per Videochat mit den Fachleuten. Die Versicherten profitieren von rund 15 Prozent tieferen Prämien, wenn sie auf die freie Arztwahl verzichten und zuerst ein Beratungszentrum anrufen.

Credit Suisse spionierte Greenpeace aus

Der entlassene CS-Stabchef Pierre-Olivier Bouée ordnete offenbar nicht nur die Überwachung der ehemaligen Geschäftsleitungsmitglieder Peter Goerke und Iqbal Khan an, sondern er liess auch Greenpeace ausspionieren, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Nachdem es vor knapp drei Jahren Aktivisten der Umweltorganisation dank einer Sicherheitslücke gelang, die Generalversammlung im Zürcher Hallenstadion mit einer spektakulären Aktion zu stören, beauftragte Bouée seinen Sicherheitschef, Greenpeace zu infiltrieren. Tatsächlich gelang es der CS, auf den Verteiler für geplante Aktionen der Umweltschützer zu kommen. Wie sie das geschafft hat, will die Bank auf Anfrage nicht mitteilen. Greenpeace selber hat nichts von der Infiltration gemerkt und sucht nun das Leck.

Neuer Kandidaten im Rennen ums SVP-Präsidium

Bei der Suche der SVP nach Kandidaten für das Präsidentenamt zeichnen sich nach zahlreichen Absagen Lichtblicke ab. Der Schwyzer Nationalrat Marcel Dettling liess zwar verlauten, er sei nicht Kandidat. Aber er sei offen für Gespräche. «Sollte die Findungskommission noch auf mich zukommen, verweigere ich mich dem Gespräch nicht», sagte Dettling gegenüber dem «SonntagsBlick». Der in der Partei allseits gelobte Landwirt behält sich also vor, doch noch anzutreten. Der einzige offizielle Kandidat ist derzeit der Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer.

Für viele in der wählerstärksten Partei der Schweiz ist ein Einervorschlag jedoch undenkbar. So sagt etwa der St. Galler SVP-Nationalrat Rino Büchel: «Wichtig ist, dass die Partei eine Auswahl hat. Sollte sich bis zur Delegiertenversammlung nur ein Kandidat melden, ist es für mich denkbar anzutreten. Wenn die Findungskommission auf mich zukommt, wehre ich mich nicht gegen ein Gespräch.» Sich selbst ins Spiel bringt die Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz. Sie überlege sich eine Kandidatur, sagte sie der «NZZ am Sonntag». Sie sei einem Co-Präsidium mit je einem Politiker aus der Deutsch- und der Westschweiz nicht abgeneigt. Die Delegiertenversammlung der SVP findet Ende März statt.

Österreichischer Investor übernimmt Globus

Die Migros hat einen Käufer für die Warenhauskette Globus gefunden. Zum Handkuss kommt die Signa-Gruppe des österreichischen Investors René Benko, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Sie wird Globus zusammen mit ihrem Partner, der thailändischen Central Group, übernehmen – zu je 50 Prozent. Dieses Verhältnis gilt offenbar sowohl für das Retailgeschäft als auch für den Immobilienteil, der sieben Liegenschaften beinhaltet – darunter die an der Zürcher Bahnhofstrasse. Der Immobilienteil ist es auch, der den grössten Teil des Kaufpreises ausmacht. Er wird auf rund eine Milliarde Franken veranschlagt. Das eigentliche Warenhausgeschäft ist laut Insidern nicht mehr viel wert.

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