Beat Feuz muss sich in Garmisch-Partenkirchen geschlagen geben. (Bild: Keystone)
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Beat Feuz erstmals in diesem Winter neben dem Podest

Die grossartige Serie von Beat Feuz nahm in Garmisch-Partenkirchen ein Ende. Erstmals in dieser Saison verpasste der Emmentaler das Podest.

Bei der aktuellen Breite an der Spitze im Abfahrtssport muss alles stimmen, um bei den Allerbesten dabei zu sein. Das hohe Niveau und die grosse Anzahl an Fahrern mit dem Potenzial für Siege und Podestplätze wertet die seit dem vorletzten Winter anhaltende Konstanz von Feuz zusätzlich auf.

Viel fehlte nicht, und Feuz wäre auch in Garmisch bei der Siegerehrung dabei gewesen. 35 Hundertstel trennten ihn von Sieger Dressen. «Grobe Patzer sind mir keine unterlaufen. Es waren zwei, drei kleinere Fehler, die den Unterschied ausmachten», sagte Feuz. «Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.»

Tage der Ruhe

Jammern hätte Feuz auch können, dass er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Seit der vergangenen Woche schleppt er eine Erkältung mit sich herum, sein Energiehaushalt ist zur Zeit nicht bei hundert Prozent. Der Stress auf und neben der Piste in Wengen und in Kitzbühel hat seinen Tribut gefordert. Feuz ist deshalb froh um die nächsten Tage, die er daheim und abseits des grossen Rummels verbringen kann.

Nicht bei bester Gesundheit ist im Moment auch Niels Hintermann. Ihm macht eine Grippe zu schaffen. Noch am Dienstag hat er mit 39 Grad Fieber im Bett gelegen. Umso mehr erstaunt seine Leistung auf der schwierigen Kandahar-Strecke. Der Zürcher war nur vier Hundertstel langsamer als Feuz und lieferte mit Rang 7 sein drittes Ergebnis in den ersten zehn in diesem Winter ab. Hintermann, in Bormio Sechster und in Wengen Achter, entwickelt sich immer mehr zu einem sicheren Wert in der Schweizer Speed-Equipe.

Carlo Janka büsste 55 Hundertstel auf Dressen ein. Das reichte in der Rangliste, in der die ersten zwanzig lediglich durch eine Sekunde getrennt sind, zu Platz 11. «Ich habe getan, was für mich möglich war bei diesen Bedingungen.» Eingeschränkte Sicht und die vielen Unebenheiten in der Piste erschwerten die Aufgabe zusätzlich.

Sieg mit Startnummer 1

Am besten mit den Verhältnissen zurecht kam Thomas Dressen. Der Deutsche legte mit der Startnummer 1 eine Zeit vor, die keiner seiner Konkurrenten zu unterbieten vermochte. Am nächsten kamen ihm der Norweger Aleksander Kilde und der Franzose Johan Clarey, die mit Rückständen von 16 und 17 Hundertsteln Zweiter und Dritter wurden.

Dressen sorgte damit für den nächsten Höhepunkt im Winter seiner Rückkehr. Nach dem schweren Sturz im vorletzten Dezember in Beaver Creek und Operationen am rechten Knie und an der linken Schulter war die vergangene Saison für ihn zu Ende gegangen, bevor sie richtig begonnen hatte.

Dressen feierte seinen zweiten Sieg in dieser Saison, nachdem er schon Ende November in Lake Louise dominierte hatte. Zwischen dem traumhaften Wiedereinstieg in Kanada und dem Triumph vor heimischer Kulisse gab es für Deutschlands Nummer 1 aber auch Rückschläge zu verkraften – für einen Athleten im Jahr 1 nach schweren Verletzungen nichts Aussergewöhnliches.

Trotzdem war Dressen zuletzt unzufrieden. Mit Rang 26 war er in der Abfahrt in Kitzbühel weit hinter seinen Erwartungen geblieben. Zu verkrampft sei er auf der Streif gefahren, die Konzentration aufs Wesentliche habe gefehlt. «Hier in Garmisch versuchte ich, das Ganze wieder mit grösserer Lockerheit anzugehen. Dadurch hatte ich auch wieder mehr Gefühl für die Ski.»

Freude in Österreich

Über Dressens Erfolge freuen sie sich nicht nur in Bayern, sondern auch in Österreich. Dressen, ganz in der Nähe von Garmisch in Mittenwald aufgewachsen, siedelte schon als Zehnjähriger nach Österreich über, wo er wegen besserer Fördermöglichkeiten im Ski-Internat Neustift im Stubaital und später im Ski-Gymnasium Saalfelden zur Schule ging. Mittlerweile wohnt er in Scharnstein in Oberösterreich.

Aus Österreich, genauer gesagt von Partner Red Bull, kam auch Unterstützung während der Rehabilitationsphase im letzten Jahr. Die Verantwortlichen der auf die Betreuung von Spitzensportlern ausgelegten Abteilung des Getränkeherstellers stellten Dressen nach den Operationen einen Physiotherapeuten für die individuelle Betreuung zur Seite.

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