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Der Telebasel News Beitrag vom 31. Januar 2020.
Basel

«Pharma könnte von Brexit profitieren»

In der Finanz- sowie der Pharmabranche könnten durch den Brexit neue Gechäftsmodelle entstehen, sagt eine Professorin an der Universität Basel.

Heute wird über drei Jahre nach der Volksabstimmung der Brexit vollzogen. Das Vereinigte Königreich tritt aus der Europäischen Union aus. «Die britische Regierung tut so, als wäre das dann vollzogen; viel passiert aber morgen nicht», sagt Ina Habermann, Professorin für Englische Literatur an der Universität Basel. Bis Ende Jahr befindet sich England nämlich in einer Übergangsphase. «Jetzt geht es um die Verhandlungen», so Habermann weiter. Wenn bis Ende Jahr kein Handelsabkommen abgeschlossen ist, wird Grossbritannien «ohne deal» austreten, das heisst dann gelten die Regeln der WTO im Verhältnis zur EU.

Notfallpläne bei Novartis

Aber was bedeutet das alles für Basel? «Hier hat man die Hoffnung, dass in gewissen Bereichen neue Geschäftsmodelle entstehen können», so Ina Habermann. «Die Schweiz ist gut vorbereitet: es wurden im Rahmen der ‹Mind the Gap›-Strategie des Bundesrates Massnahmen getroffen und Abkommen unterzeichnet. Die Pharma- aber auch die Finanzbranche hofft auf einen Ausbau der Geschäftsbeziehungen.» Dies hänge massgeblich von der Konjunkturentwicklung in Grossbritannien ab. Viel werde sich aber im Grossen und Ganzen für Basel nicht verändern.

Bei Novartis hiess es gestern auf Anfrage: «Zum Thema Brexit geben wir keine Interviews.» Vor einem Jahr teilte der Pharmakonzern noch mit, man habe Notfallpläne für allfällige entstehende Medikamentenengpässe ausgearbeitet.

Ina Habermann, Professorin für Englische Literatur an der Universität Basel, im Interview mit Telebasel.

Studenten interessieren sich wenig für Brexit

An der Uni Basel wurde der Brexit in Seminaren ebenfalls thematisiert. Studierende lancierten gar einen Podcast «The raod to brexit». «Generell war das Interesse der Studierenden am Brexit aber nicht so riesig», so Habermann. Sie habe eher nachhelfen müssen, dass hier in Basel die Tragweite der Vorkommnisse im Vereinigten Königreich realisiert worden seien.

Unter den europa-affinen Expats hingegen, die sie kenne, habe eine grosse Melancholie geherrscht.

Keine Sorgen an der Swiss British School of Basel

Auch in der ELA Swiss British School of Basel ist die Stimmung entspannt und sorgenfrei. Seit der Bundesrat sich für die «Mind the Gap»-Strategie getroffen hat, wären auch die Eltern der Schüler viel entspannter. «Im Verlauf der Brexit-Verhandlungen hatte unsere Gemeinde viele Fragen, was sich ändern könnte und was gleich bleiben würde, nachdem Großbritannien nach 47 Jahren Mitgliedschaft aus der Europäischen Union ausgetreten ist»,  so der Direktor der Swiss British School.

Der Direktor der Swiss British School Nick Owlett im Interview mit Telebasel.

Die Britische Botschaft in Bern hätte viele dieser Bedenken aus der Welt räumen können, da sie die Schule umfassend informiert hätte. «Dass die Schweiz und das Vereinigte Königreich eine Reihe bilateraler Abkommen geschlossen haben, darunter das Schweizer Bürgerrechtsabkommen, war natürlich auch sehr beruhigend.» Das würde bedeuten, dass das Leben für die in der Schweiz lebenden und arbeitenden Britischen Staatsbürger und für die in Grossbritannien lebenden Schweizer normal bleiben würde.

Mehr dazu in den Telebasel News vom Freitag, 31. Januar 2020 um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich. 

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