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Der Telebasel Sonntags-Talk vom 2. Februar 2020 mit Katja Christ, Christoph Brutschin und Joël Thüring.
Basel

MCH Group, Gewerbeverbands-Initiativen und Überbrückungsrente

Katja Christ, Christoph Brutschin und Joël Thüring diskutieren im Sonntags-Talk über die MCH-Group, die Gewerbeverbands-Initiativen und die Überbrückungsrente.

Die MCH Group im «Strategie-Dschungel»?

Erneut musste die Basler Öffentlichkeit «Bad News» von der Messe entgegennehmen. Die Luxuswagen-Messe Grand Basel schlug mit einem Minus von 35 Millionen Franken zu Buche, die Beteiligung am Palais Beaulieu Lausanne gar mit 50 Millionen Franken. Die Messeleitung gestand «Fehler» ein.

Der MCH-Verwaltungsrat trat mit diesen Informationen im Vorfeld zur ausserordentlichen Generalversammlung vom Mittwoch an die Öffentlichkeit. Dass es dem Aktionär und Zürcher MCH-Verwaltungsrat Erhard Lee gelungen war, diese auszulösen, stellt für die Messe einen historischen Vorgang dar: Eine Plattform für ihn, um die Aktionäre darauf hinzuweisen, dass sie in den letzten Jahren «400 bis 500» Millionen Franken pro Jahr verloren hätten.

Drei Anträge stellte Erhard Lee: Offenlegung der Geschäftsbücher, Sonderprüfung der Strategie, Statutenänderung (insbesondere: Zusammensetzung Verwaltungsrat). Alle wurden haushoch abgelehnt.

Im Telebasel-Talk vom Mittwoch, 29. Januar 2020, kündigte Erhard Lee jedoch an, «nötigenfalls» richterlich eine Sonderprüfung der Strategie durchzusetzen. Lee kritisiert die mangelnde Fachkompetenz im Verwaltungsrat. Denn die Messe müsse den komplexen Spagat schaffen, sich als Basler Unternehmen global auszurichten. Die Messe müsse sich vom «Lokalpolitschen» befreien.

Telebasel fragt: Kann dies einem Verwaltungsrat, zur Hälfte besetzt von Kantonsvertretungen, gelingen?

Erhard Lee im Telebasel-Talk vom 29. Januar 2020.

Ueli Vischer im Telebasel Wirtschafts-Talk vom 30. Januar 2020.

Gewerbeverbands-Initiativen: Last-Minute-Gefecht

Keine der drei Abstimmungsvorlagen vom 9. Februar 2020 füllt so sehr die Leserbriefspalten wie die Gewerbeverbands-Initiativen. Darum: last-minute-fight zu «Zämme fahre mir besser» und «Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer». Um die eifrige Debatte aufzufrischen, in der man viele Argumente schon mal gehört hat, greifen wir drei Blickpunkte heraus.

  1. FDP-Vizepräsident Daniel Seiler sagte im «BaZ»-Interview: «Die Regierung will bis 2035 rund 40’000 Arbeitsplätze und 30’000 Bewohner in die Stadt holen. Vor diesem Hintergrund müssen die minus zehn Prozent Autoverkehr aus dem ­Gesetz gestrichen werden. Der Gegenvorschlag verlangt aber, dass der Autoverkehr nicht zunimmt, das ist beim prognostizierten Wachstum unrealistisch». Besteht da ein Widerspruch?
  2. Ist der Gegenvorschlag ein Gegenvorschlag oder ein «Trojaner», wie die Gegner sagen?
  3. Stehen ab 2030 überhaupt noch Benzin-Autos zum Verkauf? Spricht das für oder gegen die Initiativen?

Überbrückungsrente: Frauen abserviert?

Schlagzeile diese Woche: Ein Drittel der 60-Jährigen findet keine Stelle mehr. Weiter unten im Text: Und wer Arbeit fand, musste erhebliche Lohneinbussen hinnehmen.

Schlagzeile ebenfalls diese Woche: Wirtschaftspolitiker lassen die Frauen hängen. Lead: «Ausgesteuerte Arbeitslose sollen nach dem Willen der Wirtschaftskommission erst ab 62 eine Überbrückungsrente erhalten. Diese soll ausserdem nur bis zur Frühpensionierung möglich sein. Frauen wären damit ausgeschlossen».

Fazit: Die Schweizerische Politik tut nicht nur weiterhin nichts gegen die skandalöse Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Sie tut auch nichts für deren Opfer.

Rückblende: im Juni 2019 verkündete der Bundesrat die Einrichtung einer Überbrückungsrente. 60-Jährige, die zwei Jahre lang arbeitslos waren, sollten eine Überbrückungsrente in Höhe von maximal 58’000 Franken erhalten.

Zwei Ziele: Erstens, sollte verhindert werden, dass Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, in die Altersarmut (Sozialhilfe, Vermögensverzehr etc.) spediert werden. Zweitens sollte die Begrenzungsinitiative der SVP unterlaufen werden. Denn der Initiative gegen Masseinwanderung (gleiche Zielsetzung) hatten die 50-Jährigen aus oben genannten Gründen zugestimmt.

Schon im Dezember hatte der Ständerat die Überbrückungsrente auf 38’000 Franken ausgedünnt und bis zur Frühpensionierung (Rentenverlust) begrenzt.

Telebasel fragt: Lässt das Bundeshaus die arbeitstätigen Ü50-Menschen im Regen stehen?

Über diese drei Themen diskutieren Katja Christ, Christoph Brutschin und Joël Thüring im Sonntags-Talk ab 19:15 Uhr vom 2. Februar 2020.

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