Am Dienstag verurteilte das Strafgericht den Dieb des Abendmahl-Geschirrs der Elisabethen-Kirche zu 33 Monaten Haft. (Screenshot: Google Street View)
Basel

Mann (33) stahl Abendmahl-Geschirr aus Elisabethenkirche

Das Basler Strafgericht hat einen Mann verurteilt, der in die Elisabethenkirche einbrach. Er stahl das Abendmahl-Geschirr und wird nun des Landes verwiesen.

Es war ein skurriler Einbruchdiebstahl in die Elisabethenkirche in der Nacht auf den 3. Juli 2018. Ein Mann brach das Haupttor des Gotteshauses auf und stahl ein historisches Abendmahl-Geschirr im Wert von über 100’000 Franken. Ein Schock für die Kirche. Am Dienstag musste sich der 33-jährige Rumäne vor dem Basler Strafgericht verantworten. Das verurteilte den Dieb zu 33 Monaten Gefängnis und sprach einen achtjährigen Landesverweis aus. Das berichtet «Prime News» am Dienstag. 22 Monate der Haftstrafe wurden bedingt ausgesprochen, bei einer Probezeit von drei Jahren.

Täter hatte vermutlich Komplizen

Das entspricht dem geforderten Strafmass der Staatsanwaltschaft. Der Verurteilte beschädigte bei seinem Einbruch das Haupttor der Kirche sowie mehrere Türen im Innern des Gebäudes. Aus der Kirche stahl er zwei Krüge, vier Kelche, eine Brotschale und vier Brotteller – alle aus Silber und vergoldet. Auf dem Antiquitäten- und Kunstmarkt würden diese Stücke hohe Preise einbringen. Der Mann hätte wahrscheinlich Komplizen gehabt. Das könne aber nicht mit endgültiger Sicherheit gesagt werden, schreibt «Prime News». Auch wo die Beute sich befindet, ist unklar.

Im September 2019 wurde der Täter bei der Einreise in die Schweiz im thurgauischen Arbon gefasst. Zu dem Zeitpunkt bestand bereits ein Haftbefehl gegen den Mann.

Einbruchs-Aktion sei spontan gewesen

Vor Gericht war der Rumäne geständig, seine Aussagen widersprachen sich aber mehrmals. Beispielsweise sagte er aus, dass er in einer Villa in Nizza wohne. Er behauptete aber auch, dass er einen Lohn von nur 1’600 Euro habe und bei einer französischen Baufirma arbeite. Das Gericht nahm ihm diese Geschichte nicht ab, da sie unglaubwürdig sei. «Sie haben zwei Möglichkeiten, entweder Sie geben auf meine Fragen eine anständige Antwort, oder Sie sagen überhaupt nichts mehr», meinte der Gerichtspräsident zum Dieb.

Der Mann beteuerte zudem, der Einbruch sei eine spontane Entscheidung gewesen und er sei bei der Tat stark alkoholisiert gewesen. Er hätte die Beute am Morgen nach der Tat in einer Tonne in St. Louis entsorgt, als er aus dem Rausch erwachen war und seine Tat realisiert hatte. Im Nachhinein hätte ihm die Tat furchtbar leid getan.

Für das Gericht war aber klar, dass der Mann vorsätzlich gehandelt hatte. Der Rumäne ist bereits in mehreren europäischen Ländern angeklagt. Laut dem Richter sei der 33-Jährige bewusst in die Schweiz gekommen, um hier etwas zu stehlen. Das Gericht bezeichnete ihn als «Kriminaltouristen».

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innert zehn Tagen kann der Verurteilte Berufung einlegen.

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