Daniel Yule (im Bild) büsste 0,83 Sekunden auf Sieger Henrik Kristoffersen ein. (Bild: Keystone)
International

Yule in Schladming wieder Dritter

Daniel Yule klassierte sich wie 2018 und 2019 auch im diesjährigen Nachtslalom von Schladming im 3. Rang. Henrik Kristoffersen gewinnt das Rennen.

Daniel Yule, der vor Schladming drei der letzten vier Weltcup-Slaloms gewonnen hatte, büsste 0,83 Sekunden auf Sieger Kristoffersen ein. Der 25-jährige Norweger, nach dem ersten Lauf noch Zweiter, holte sich beim 23. Night Race seinen bereits vierten Triumph, womit er mit Rekordsieger Benjamin Raich gleichzog.

Kristoffersen siegte mit 34 Hundertsteln Vorsprung vor dem Franzosen Alexis Pinturault – und damit nicht zuletzt zu seiner eigenen Überraschung. Denn dem im nahen Salzburg wohnhaften Skandinavier war in der Entscheidung gleich nach dem Start ein zeitraubender Patzer unterlaufen. «Wie kann man mit solch einem Fehler nur ein Weltcuprennen gewinnen?», fragte er sich danach wiederholt. Zugleich freute er sich darüber, dass er mit seinem 21. Weltcupsieg, dem 17. in einem Slalom, mit seinem Landsmann Kjetil André Aamodt gleichziehen konnte. «Er war früher mein grosses Vorbild», so Kristoffersen.

Yule: «Weiss, wo mein Limit ist»

Grossartig war die Gefühlslage auch bei Daniel Yule. Der 25-jährige Unterwalliser ist ein Muster an Konstanz. Er hat nun in 18 Slaloms in Serie gepunktet und dabei nur zweimal die Top 10 verpasst. Dahinter stecke einerseits Fleiss, sagte Yule im SRF-Interview. Andrerseits wisse er genau, «wo mein Limit ist. An dieses gehe ich sehr nahe – aber eben selten darüber.»

Der Schweizer Slalom-Leader wurde auf der Planai wie schon in den beiden Vorjahren mit der Startnummer 7 Dritter. Das töne vielleicht etwas langweilig, «ist aber sehr schön». Und sowieso hätte er im Vorfeld «für einen solchen Januar wie diesen sofort unterschrieben», sagte Yule auch noch. Alleine die drei Siege in Kitzbühel, Adelboden und Madonna di Campiglio sowie je ein 3. und 5. Platz machen ihn zum besten Schweizer Slalom-Fahrer der Weltcup-Geschichte.

Ramon Zenhäusern, der in Schladming vor allem im ersten Lauf und dabei im langen Steilhang viel Zeit eingebüsst hatte, lag nach halbem Pensum an neunter Stelle. Im Final konnte der Olympia-Zweite aus dem Wallis diese Position behaupten. «Mit dem zweiten Lauf bin ich zufriedener als mit dem ersten», befand Zenhäusern, der auf Kristoffersen 1,36 Sekunden einbüsste, gegenüber dem SRF.

Ein paar wenige Weltcup-Punkte gab es aus Schweizer Sicht auch noch für Loïc Meillard (24. Rang) und Marc Rochat (26). Beide Romands zeigten einen soliden ersten und danach einen verpatzten zweiten Lauf.

Dreikampf um die kleine Kugel

Mit dem Nachtrennen in Schladming haben die Slalom-Spezialisten zwei Drittel ihrer Saison absolviert. Nach acht von zwölf Rennen führt der Norweger Kristoffersen die Disziplinen-Wertung mit 57 Punkten Vorsprung vor dem dreifachen Saisonsieger Yule an (552:495). Dieses Duo muss im Kampf um die kleine Kristallkugel einzig noch Clément Noël (450) beachten.

Der 22-jährige Franzose, im Januar Sieger in Zagreb und Wengen, betrieb in Schladming Schadensbegrenzung. Nach einem groben Patzer qualifizierte er sich als Halbzeit-30. nur in extremis für den Finaldurchgang. In diesem stiess er jedoch dank überlegener Bestzeit noch in den 4. Rang vor. Noël verlor seinen Platz in der Leader-Box erst, als der Halbzeit-Vierte Yule die Ziellinie überquerte.

Der in Schladming zur Halbzeit führende Marco Schwarz beging im Finaldurchgang früh einen grossen Fehler, worauf er disqualifiziert wurde. Der Kärntner, zuletzt in Kitzbühel Zweiter, brachte damit auch die dritte Halbzeit-Führung nicht über die Runden. Auch verpasste Schwarz den ersten ÖSV-Slalomsieg nach der Ära Marcel Hirscher. Mit Michael Matt erreichte der beste ÖSV-Fahrer beim Heimrennen nur gerade den 15. Rang.

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