Nach sieben Sätzen erreicht Roger Federer die Halbfinal-Runde an den Australian Open. (Bild: Keystone)
International

Roger Federer nach Krimi in den Halbfinals

Roger Federer wehrt in einem spektakulären Spiel sieben Matchbälle gegen Tennys Sandgren ab. Der Baselbieter steht damit in den Halbfinals der Australian Open.

Roger Federer erreichte am Australian Open auf unglaubliche Art und Weise zum 15. Mal die Halbfinals. Körperlich angeschlagen wehrte er gegen den Amerikaner Tennys Sandgren sieben Matchbälle ab und siegte in fünf Sätzen.

Nach dem Fünfsatz-Thriller in der 3. Runde gegen John Millman, als Federer im Super-Tiebreak nur zwei Punkte vom Ausscheiden entfernt gewesen war, setzte er gegen Tennys Sandgren noch einmal einen drauf. Offensichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte wehrte der 20-fache Grand-Slam-Champion im vierten Satz sieben Matchbälle ab, drei davon beim Stand von 3:6 im Tiebreak.

Probleme nach erstem Satz

Irgendwie schaffte es der sechsfache Australian-Open-Sieger aber, in der Partie zu bleiben. Im fünften Satz wirkte Federer wieder frischer, schlug wieder härter auf und bewegte sich auch wieder besser. Beim Stand von 3:2 gelang ihm mit einer starken Vorhand das letztlich entscheidende Break. Nach dreieinhalb Stunden setzte sich Federer 6:3, 2:6, 2:6, 7:6 (10:8), 6:3 durch.

Federers Probleme hatten nach einem soliden ersten Satz begonnen, als er seinem Gegenüber mit einem Volley-, Vorhand- und Smash-Fehler ein Aufschlagspiel quasi schenkte. Der Schweizer bewegte sich schlecht, spielte fehlerhaft und verlor den zweiten Satz klar. Auch zu Beginn des dritten Durchgangs geriet er gleich in Rückstand. Bei 0:2 und 40:30 und Aufschlag von Sandgren wurde er verwarnt, weil er sich laut einer Linienrichterin unflätig geäussert hatte.

Djokovic oder Raonic im Halbfinale

Kurz danach verschwand Federer in der Kabine und liess sich vom Physiotherapeuten behandeln. Laut Federer bekundete er Probleme mit den Adduktoren, im dritten und vierten Satz wirkte er stark handicapiert. Doch irgendwie schaffte es Federer, in der Partie zu bleiben. «Manchmal braucht man einfach auch Glück», sagte er.

In seinem 46. Grand-Slam-Halbfinal trifft der 38-Jährige am Donnerstag auf den Sieger des Duells zwischen dem Serben Novak Djokovic und Milos Raonic aus Kanada. Gegen Titelverteidiger Djokovic wäre es das 50. Duell für Federer. Das letzte an den ATP Finals in London gewann er in zwei Sätzen. Seinen letzten Sieg an einem Grand Slam gegen Djokovic gelang dem Schweizer jedoch vor knapp acht Jahren.

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