Kari Jalonen ist ab sofort nicht mehr Trainer beim SC Bern. (Bild: Keystone)
Schweiz

Knall beim SCB – Trainer per sofort entlassen

Der SC Bern hat Trainer Kari Jalonen per sofort freigestellt. Der 60-jährige Finne wird durch Hans Kossmann ersetzt.

Kari Jalonen hat in seiner Karriere schon einiges erreicht. Er wurde viermal Meister in Finnland, und den SC Bern führte er in drei Saisons zu zwei Meistertiteln sowie drei Qualifikationssiegen. Ausserdem gewann er mit seinem Heimatland 2016 WM-Silber. In der laufenden Meisterschaft gelang es ihm aber nicht, mit den Bernern den Turnaround zu schaffen. Der Titelverteidiger liegt zehn Spiele vor dem Ende der Qualifikation als Neunter unter dem Strich, nachdem er sieben der letzten elf Partien verloren hat. Der Rückstand auf die achtklassierten SCL Tigers beträgt einen Punkt.

Noch Mitte Oktober hatten die Verantwortlichen der Berner den Vertrag mit Jalonen um ein Jahr bis 2021 verlängert, und dies, obwohl der Titelverteidiger schon zuvor geschwächelt hatte und zu diesem Zeitpunkt lediglich Rang acht belegte. Nun wurde doch die Reissleine gezogen. «Nachdem wir uns im Dezember auf einem guten Weg aus dem Loch (fünf Siege hintereinander, die Red.) befunden hatten, war der Januar ein Rückschritt», sagte der Berner Sportchef Alex Chatelain. «Wir sind der Meinung, der Mannschaft nochmals einen Impuls geben zu müssen, damit wir in den letzten (zehn) Spielen das Maximum herausholen und die Playoffs erreichen.»

«Hervorragender Coach»

Chatelain betonte, dass man Jalonen nichts vorwerfen könne. «Er ist ein hervorragender Coach, das haben die Resultate der letzten Jahre gezeigt. Es wäre sicherlich falsch, die Schuld auf Einzelne zu schieben.» Eine Veränderung nahm er beim erfolgsverwöhnten Finnen nicht war. Er sei nicht verbissener geworden oder habe etwas an seiner Arbeitsweise verändert. «Er war immer extrem strukturiert und zog dies weiter.»

Hans Kossmann war Ende Dezember 2017 schon als Notnagel bei den ZSC Lions eingesprungen, wobei damals schon klar war, dass er Ende Saison Serge Aubin würde Platz machen müssen. Die Lions lagen dazumal auf dem 7. Tabellenplatz. Am Ende hoben sie den Pokal in die Höhe. Einen solchen Effekt erhoffen sich nun auch die Berner.

Vertrag bis vorerst Ende Saison

War das im Hinterkopf bei der Verpflichtung von Kossmann? «Diese konkrete Situation nicht. Aber die gesamte Erfahrung, die er mit verschiedenen Teams gemacht hat, hatte natürlich einen Einfluss auf den Entscheid. Im Endeffekt suchten wird jemanden, der frischen Wind hineinbringen kann. Er kennt das Schweizer Eishockey sehr gut und war verfügbar», erklärte Chatelain.

Ausserdem hat Kossmann, der zuletzt beim DEL-Verein Grizzlys Wolfsburg tätig war, eine Berner Vergangenheit. Der schweizerisch-kanadische Doppelbürger war bereits von 2009 bis 2011 beim Verein tätig, damals als Assistent von Larry Huras, unter dessen Leitung die Berner 2010 den Titel holten. «Wir wissen, was auf uns zukommt, und er weiss ebenfalls, was auf ihn zukommt», sieht Chatelain darin einen Vorteil.

Kossmanns Vertrag mit dem SCB läuft (vorerst) bis Ende Saison. Assistent wird Lars Leuenberger, 2016 Meistertrainer und zurzeit Verantwortlicher für Sportstrategie beim SCB.

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