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Der Telebasel News Beitrag vom 28. Januar 2020.
Basel

Coronavirus hält Unispital auf Trab

Das Coronavirus sorgt weiter für Schlagzeilen. Am Unispital Basel wurden erste Verdachtsfälle abgeklärt.

Ein Verdachtsfall für das Coronavirus besteht aktuell in Basel. Dies sagt Andreas Widmer, stellvertretender Chefarzt und Leitung Abteilung für Spitalhygiene im Unispital Basel, gegenüber Telebasel. Bis Redaktionsschluss lagen noch keine Ergebnisse vor. Ein weiterer Verdacht hat sich derweil als unbegründet erwiesen.

Das Unispital habe restriktive Richtlinien entwickelt, um eine Infektion mit dem Virus vorzubeugen. «Man könnte sagen, diese gehen in Richtlinien von Sars oder Ebola.» Am letzten Donnerstag war ein ein chinesischer Arzt am Virus gestorben. Ein kritisches Element für Widmer: «Damit besteht doch eine gewisse Gefahr für unsere Mitarbeiter. Deshalb haben wir maximale Schutzmassnahmen gefordert.»

Keine bestätigten Fälle in der Schweiz

In der Schweiz gibt es bisher keine bestätigten Fälle von Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus, doch die Schweiz bereitet sich auf das Virus vor. So wurden die Kriterien für Verdachtsfälle erhöht. Wer in den letzten 14 Tagen in China war, aus China ankommt und einen Husten aufweist, gilt neu als Verdachtsfall. Diese Personen werden dann zur Abklärung ans Unispital nach Basel transferiert.

Andreas Widmer findet die aktuelle Falldefinition müsse angepasst werden, ansonsten werde das Unispital in kürzester Zeit überrennt. «Da sind wir aber auf gutem Weg, diese anzupassen», so Widmer.

Proben werden dann an das Zentrum für Viruserkrankungen am Universitätsspital Genf geschickt. Seit dem 16. Januar ist das Spital in der Lage, Proben auf das neue Coronavirus 2019-nCoV zu testen. Es hat mittlerweile eine Task Force eingesetzt, die täglich – auch am Wochenende – Tests durchführen kann.

Schutzmassnahmen wie bei Grippe

Auf Grund der Daten von hospitalisierten Patienten gefährde das neue Virus eher ältere Menschen sowie Menschen mit Grunderkrankungen, sagte Eckerle. Erkrankungen bei unter 30-Jährigen oder Kindern seien erst wenige bekannt. Angesichts der sich stündlich ändernden Zahlen seien solche Zahlen aber «mit Vorsicht zu betrachten».

Das Virus verbreitet sich durch eine Tröpfcheninfektion über die Luft und wird dann von anderen Menschen eingeatmet. Der Krankheitsverlauf geht über Husten und Fieber bis hin zu Atemnot und Lungenentzündungen.

Konkrete Empfehlungen macht das BAG bis auf die auch für die saisonale Grippe geltenden Ratschläge bisher nicht, wegen des zurzeit geringen Risikos, sich in der Schweiz anzustecken.

Hygienemasken als Verkaufsschlager

In der Bevölkerung wächst derweil der Unmut über die virale Bedrohung. Laut Medienberichten sind in zahlreichen Apotheken Hygienemasken bereits ausverkauft. Richard Söll, Apotheker und Inhaber der Wettstein Apotheke relativiert jedoch: «Wir haben in der Nähe internationale Firmen deren Mitarbeiter reisen. Das sind Kunden, die kommen und auch mehrere Packungen mitnehmen. Aber aus der Schweizer Bevölkerung hatten wir erst einzelne Anfragen von verunsicherten Menschen.»

Trotzdem rechne Söll noch mit einem Anstieg, besonders dann, wenn ein Infektionsfall in der Schweiz publik werde. Ein Versorgungsengpass befürchtet er nicht. Momentan hat er noch ein paar hundert einzelne Masken auf Lager. In ein paar Tagen erwartet er Nachschub.

1 Kommentar

  1. Guten Tag, es sollte dieser Test von zuhause aus gemacht werden können, denn es ist unsinnig eine infiszierte Person ins Spital zu bringen, sie soll zuhause bleiben und dort behandelt werden.

    Denn in den Spitälern gibt es die multiresistenten Keime, die sich auf eine Virusinfektion liebend gerne aufsetzen und dann stirbt der Erkrankte dann an einer Superinfektion und nicht am Virus selbst.
    Wo kann man so einen Test bekommen und einschicken, damit man nicht ins Spital muss? Auch damit differentialdiagnostisch eine Grippe ausgeschlossen werden kann.

    Bitte klärt das doch ab. Es macht wirklich keinen Sinn, die Menschen in ein Spital zu schicken.Report

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