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Der Telebasel News Beitrag vom 27. Januar 2020.
Basel

MCH Group erwägt Kapitalerhöhung

Die MCH Group erwägt eine Kaptialerhöhung. Das teilt das Unternehmen im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung vom kommenden Mittwoch mit.

Die MCH Group prüft im Rahmen der strategischen Neuausrichtung eine Kapitalerhöhung. Dies teilt das Unternehmen am Montagmorgen mit. Den Schritt erwägt der Verwaltungsrat wegen den «notwendigen Investitionen» in Digitalisierung, Innovationen und Internationalisierung zur Entwicklung bestehender und neuer Formate.

Um die Investitionen zu finanzieren, kommt ein Einstieg neuer Investoren in Frage. Eine Kapitalerhöhung kann Änderungen im Aktionariat, in den statutarisch festgelegten Aktionärsrechten und in der Zusammensetzung des Verwaltungsrats bedeuten: Konkret wird bei einer Kapitalerhöhung die Menge an Aktien angehoben. Die Aktionäre haben dann die Möglichkeit neue Wertpapiere entsprechend ihrem Anteil an der Aktienmenge zu kaufen, damit sie prozentual gleich viele Aktien am Unternehmen halten. Entscheiden sich Aktionäre gegen diesen Schritt, sinkt ihr Einfluss auf das Unternehmen.

Betroffen wäre von der Änderung auch der Kanton Basel-Stadt. Dieser hält 33 Prozent der MCH-Group-Aktien. Eine weitere Option, mehr Finanzmittel zu erhalten, ist der Verkauf des Segments «Live Marketing Solutions», wie die MCH Group mitteilt.

Ueli Vischer, Verwaltungsrats-Präsident der MCH Group (Video: Telebasel)

Ausserordentliche GV am Mittwoch

Die MCH Group AG veröffentlicht ihre Neuigkeiten im Zusammenhang mit einer ausserordentlichen Generalversammlung vom kommenden Mittwoch. Im Vorfeld veröffentlicht das Unternehmen Antworten auf einen Fragenkatalog, den eine Aktionärsgruppe – bestehend aus Ursula Lee, Erhard Lee und LLB Swiss Investment AG – eingereicht hatte. An der Versammlung sollen Anträge auf eine Sonderprüfung zur Strategie, auf die Offenlegung von Geschäftsbüchern sowie auf Änderungen der Statuten geprüft werden.

Der Verwaltungsrat rät der Generalversammlung diese drei Anträge abzulehnen.

Thüring verlangt neue Verwaltungsräte

Die jüngsten Ereignisse rund um die MCH-Group rufen den Basler SVP-Grossrat Joël Thüring auf den Plan. In einer Interpellation fragt er nach den Verantwortlichkeiten der jüngsten Entscheidungen aus dem Verwaltungsrat. In elf Punkten stellt Thüring Fragen an den Regierungsrat. Diese befassen sich unter anderem mit dem Kauf der Messehalle 3 durch die Einwohnergemeinde Basel-Stadt.

Dabei macht er Finanzdirektorin und Verwaltungsrätin der MCH Group Eva Herzog Vorwürfe: Noch im November 2019 habe sie versichert, dass ein Kauf nicht zur Diskussion stehe. Zudem habe sie dem Grossen Rat ein Mitspracherecht eingeräumt. «Diese Aussage ist rückblickend nachweislich falsch – auch wenn sich die Aussage der Finanzdirektorin allenfalls nicht auf einen Kauf ins Finanzvermögen, welcher in der Kompetenz des Regierungsrates liegt, bezog», führt Thüring in seiner Interpellation aus. Im Fragenkatalogs Thürings finden sich Fragen zum Kaufpreis, zu Interessenskonflikten der Regierungsräte Eva Herzog und Christoph Brutschin, die Mitglied im Verwaltungsrat des Unternehmens sind, sowie zur Aufsicht des MHC Group seitens des Verwaltungsrats.

Auch mit der Neuigkeit einer möglichen Kapitalerhöhung bei der MCH Group setzt sich die Interpellation auseinander. So fordert Thüring Antworten, was im Fall  dass der Kanton Basel-Stadt nicht weitere Aktien erwirbt, für eine Strategie geplant sei. Dies weil dadurch der Einfluss des Kantons sinken würde.

Weiter verlangt Thüring eine Vergabe der beiden Verwaltungsrats-Sitze im Regierungsrat an externe Personen. Der Zeitpunkt sei mit der Kapitalerhöhung, dem Rücktritt der Finanzdirektorin sowie dem baldigen Rücktritt des Wirtschaftsdirektors günstig. Zudem würde dies den regierungsrätlichen Corporate-Governance-Richtlinien» entsprechen.

Verwaltungsrat räumt Fehler ein

Der Verwaltungsrat räume in der Aufarbeitung vergangener Ereignisse ein, «dass aus heutiger Betrachtung Fehler gemacht worden sind», so die Mitteilung im Wortlaut. «Er zeigt aber auch auf, dass er die erforderlichen Korrekturmassnahmen eingeleitet hat und die wesentlichsten davon bereits umgesetzt sind», so die Mitteilung.

So habe der Verwaltungsrat die Geschäftsleitung mit erfahrenen Führungskräften neu besetzt und die Führungsstruktur neu geregelt. Weiter habe der Rat die notwendige strategische Neuausrichtung des Unternehmens entwickelt und in Kraft gesetzt. Diese konzentriert sich auf die Entwicklung der klassischen Messen und Events zu zukunftsorientierten Plattformen und Communities.

Obwohl die Untersuchung noch andauere, stellte das Unternehmen fest, dass die getroffenen Entscheidungen und eingeleiteten Massnahmen zu einer Stabilisierung der MCH Group geführt haben, so die Mitteilung weiter.

Edward Lee spricht im Telebasel Talk vom Mittwoch, 29. Januar 2020 um 18:45 Uhr und ab 19:15 Uhr stündlich.

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