Auf der Webseite der Universität Bern wird die aktuelle Position von Cheops angezeigt. (Screenshot: cheops.unibe.ch am 24.1.2020 um 10:10 Uhr)
Schweiz

Deckel des Weltraumteleskops wird einige Tage verspätet geöffnet

Weltraumteleskop Cheops wird einige Tage später als geplant erste Bilder aus dem Weltraum liefern. Die Zeit wird für die Optimierung der Instrumente genutzt.

Gemäss dem bisherigen Zeitplan sollte die Abdeckung des Teleskops am kommenden Montag geöffnet werden, teilte die Universität Bern am Freitag mit. Obwohl alles wie geplant funktioniert habe, sei das Cheops-Team aufgrund der Analyse aller Daten zur Überzeugung gelangt, dass einige Parameter der Instrumente weiter optimiert werden könnten. So würden einige Tests wiederholt, was zur Verzögerung der ursprünglichen Planung führe.

Die Entscheidung sei getroffen worden, weil das Öffnen der Abdeckung nicht rückgängig gemacht werden könne und alle noch anstehenden Aktivitäten und Tests bei geschlossener Abdeckung durchgeführt und richtig interpretiert werden müssten. Der Gesamteinsatzplan von Cheops und der Beginn des wissenschaftlichen Betriebs werde dadurch nicht beeinflusst.

Erste Bilder waren schwarz

Das Weltraumteleskop Cheops umkreist seit seinem Start am 18. Dezember 2019 die Erde in einer Höhe von 700 Kilometern. Die Inbetriebnahme der verschiedenen Komponenten im Orbit seit Anfang Januar sei sehr gut verlaufen, schreibt die Universität weiter. Es seien verschiedenste Tests durchgeführt worden um sicherzustellen, dass die Instrumente und die Satellitenplattform ordnungsgemäss funktionierten.

Auch habe Cheops erste Bilder aufgenommen und zur Erde übertragen. Diese seien jedoch wegen dem noch geschlossenen Deckel komplett schwarz gewesen. Sie hätten dem Team aber geholfen, das Instrument zu kalibrieren.

Suche nach lebensfreundlichen Planeten

Cheops soll zur Suche nach potenziell lebensfreundlichen Planeten im All eingesetzt werden. Über hundert Forschende und Ingenieure aus elf europäischen Nationen entwickelten und konstruierten den Wissenschaftssatelliten unter Leitung der Universität Bern.

Massgeblich beteiligt ist auch Didier Queloz von der Universität Genf, der zusammen mit Michel Mayor 1995 den ersten sogenannten Exoplaneten bei einem sonnenähnlichen Stern entdeckte. Queloz und Mayor erhielten für ihre Entdeckung den Physik-Nobelpreis 2019.

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