Der Geschäftsführer der TNW Adrian Brodbeck stellt sich gegen die Ausweitung des U-Abos. (Bild: TNW)
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TNW-Geschäftsführer stellt sich gegen U-Abo-Ausweitung

Das Gebiet des U-Abos wird von der Nordwestschweiz bis in den südbadischen Raum erweitert. Der TNW-Geschäftsführer Adrian Brodbeck stellt sich dagegen.

Nutzer des U-Abos können in der Nordwestschweiz alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Seit Dezember 2019 ist das Abonnement auch bis in den südbadischen Raum gültig. Im Baselbieter Landrat fordert ein Postulat, dass das U-Abo auf der Läufelfingerli-Strecke bis Olten erweitert wird, schreibt «bz». Die Regierung prüft nun den Vorstoss.

TNW grundsätzlich nicht gegen Ausweitung

TNW-Geschäftsführer Adrian Brodbeck ist skeptisch. Wenn die Abo-Reichweite erweitert wird, könnte der Einkaufstourismus in Deutschland unterstützt werden. Zudem müsse man, wenn die S9 von der Erweiterung profitiert, auch die S3 einbeziehen, damit das Homburgertal Gelterkinden nicht vorgezogen würde. Auch wenn das Abo nicht auf Fernverkszügen gültig wäre, würden viele Reisende die S3 nehmen. Die SBB würden in diesem Fall für Fernverkehr eine Entschädigung verlangen.

Konkret würde das einen zehn Prozent höheren Preis bedeuten, was einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag ergäbe, wie Studien vor einigen Jahren zeigten. «Der TNW stellt sich nicht grundsätzlich gegen eine Ausweitung», sagt Adrian Brodbeck gegenüber der bz.

Preiserhöhung nicht machbar

Wie Brodbeck der bz gesteht, dass die U-Abo-Kunden eine Preiserhöhung nicht mitmachen würden. Zwei Drittel der Abonennten würde nämlich in Basel oder im Unterbaselbiet wohnen. Mit 80 Franken sei bereits eine Grenze erreicht und die Konkurrenz unter den Verkehrsträgern in der Agglomeration sei gross. Im Nahverkehr würden die Zahlen stagnieren und im Fernverkehr steigen.

Das U-Abo ist das einzige regionale Abo der Schweiz. Die Passagiere in der Stadt würden nicht so weit wie die auf dem Land mit dem ÖV fahren, jedoch häufiger. Zudem sei die TNW durch viele natürliche Grenzen begrenzt, wie zum Beispiel Gebirge-, Sprach- oder Landesgrenze. Dennoch ist es seit kurzem möglich nach Deutschland zu fahren mit dem U-Abo. Der TNW hat sich nicht erweitert, sondern akzeptiert einfach deutsche Billette. So soll der Freizeitverkehr zwischen Deutschland und Basel gefördert werden.

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