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Der Telebasel Sport Beitrag vom 23. Januar 2020.
Basel

Chancen und Vorteile vor dem Spitzenkampf

Der FCB startet am Sonntag mit mehreren Absenzen gegen YB in die Rückrunde. Das Rennen um den Titel wird aber auch nach der Partie nicht entschieden sein.

Der Puls der Fans steigt. Die Spannung ebenso. Der FC Basel trifft am Sonntag zum Rückrundenstart im Wankdorf auf Tabellenführer YB. Blickt man auf die zahlreichen Ausfälle bei Rotblau, scheint der Sieger auf dem Papier beinahe festzustehen. Der amtierende Meister YB gilt für viele Experten als Favorit – aber nur in diesem einzelnen Spiel. Beide Teams verfügen über zahlreiche Qualitäten und starten mit individuellen Vorteilen in die Rückrunde.

Testspiele ohne Aussagekraft

Der FCB mass sich in der Vorbereitung mit vier Teams. Im Trainingslager in Marbella spielte Rotblau gegen Fortuna Düsseldorf, den VfB Stuttgart, Bukarest und zum Abschluss zuhause im Joggeli gegen den Hamburger SV. Zwei Mal schritt man als Sieger vom Feld. Zwei Mal als Verlierer.

Zusätzlich testete der FCB am Dienstag noch gegen die Grasshoppers. Mit einer «modifizierten» U21-Mannschaft.

Ein vergleichbares Bild zeigt der Meister in der Vorbereitung: Die Berner Young Boys spielten in der Türkei im Trainingslager ebenfalls gegen drei internationale Gegner und testete im Anschluss in der Schweiz gegen zwei Schweizer Zweitligisten. Hansa Rostock, Istanbul Basaksehir und Viitorul hiessen die Gegner in Belek. Schaffhausen und Chiasso jene in der Schweiz.

Die Berner gehen in diesen fünf Spielen zwei Mal als Sieger, zwei Mal als Verlierer und einmal mit einem Unentschieden vom Feld. Die Bilanz der beiden Teams ist also nach der Vorbereitung ausgeglichen.

Die Vorbereitung: Unentschieden

Der Kadervergleich

Obwohl man aus Basler Sicht zum Auftakt auf absolute Leistungsträger wie Cömert, Xhaka, Cabral und Stocker verzichten muss, kann man beim FCB auf Neuverpflichtungen sowie auf talentierte Nachwuchsspieler zurückgreifen. Mit Jasper van der Werff konnte Rotblau einen Spieler gewinnen, der an Stelle von Cömert oder Xhaka in der Verteidigung oder Mittelfeld zum Einsatz kommen könnte – genauso Kemal Ademi im Sturm.

Kemal Ademi überzeugte in der Vorrunde trotz geringer Einsatzzeiten. Ihm wurde der Rang jedoch von Arthur Cabral im Verlauf der Vorrunde kontinuierlich abgelaufen. In der Vorbereitung tat sich der Hühne schwer. Zu statisch und ohne Durchschlagskraft präsentierte sich der Basler Stürmer. Zeigte ernüchternde Leistungen wie im Spiel gegen den Hamburger SV. Findet er zurück zu seiner Torgefährlichkeit, dann ist er valabler Ersatz für den gesperrten Brasilianer.

Das Xhaka-Vakuum

Das vermeintlich grösste Vakuum hinterlässt Taulant Xhaka im Mittelfeld. Der Aggressiv-Leader ist eins-zu-eins nicht zu ersetzen. Nachwuchsspieler Yannick Marchand zeigt viel Potenzial. Wurde in der Vorbereitung mehrfach auf Xhakas Position eingesetzt. Auch Jasper van der Werff wurde im Hinblick auf die Partie gegen YB «umfunktioniert». Eine ideale Ersatz-Lösung gibt es nicht.

Genauso in der Basler Innenverteidigung. Zwar steht mit Omar Alderete der nominell stärkste Innenverteidiger der Basler auf dem Feld. Emil Bergström konnte in der Hinrunde aber nicht überzeugen. Und auch in der Vorbereitung war der Schwede nur selten sattelfest.

Für die Position von Valentin Stocker gibt es zahlreiche Optionen im Kader. Der Kapitän fehlte bereits beim Heimsieg gegen YB im Joggeli. Seine Absenz konnte kompensiert werden – wenn nicht sogar mehr als das. Es sollte die Initiation von Edon Zhegrova werden. Welcher seit der Vorrunde – inklusive Vorbereitung – der aktuell auffälligste und vermutlich auch spektakulärste Spieler des FCB ist.

YB in alter Stärke

Auf der anderen Seite kann der BSC Young Boys mit dem stärksten Kader antreten. Obwohl zahlreiche Transfergerüchte scheinbar Unruhe in die Berner Mannschaft gebracht haben, wird sich das Kader der Berner in der Rückrunde kaum verändern. Im Gegenteil: Im Gegensatz zu grossen Teilen der Vorrunde, werden Leistungsträger, die lange verletzt ausfielen, wieder zurückkehren.

Die Berner müssen einzig verletzungsbedingt auf Frederik Sörensen verzichten. Was die Kaderstärke im Spitzenkampf angeht, scheint der Meister aber klar im Vorteil.

Der Spitzenkampf: Vorteil YB

Aber wer holt den Titel?

So hochstilisiert diese Partie zum Auftakt der Rückrunde wird: Eine Entscheidung um den Titel wird noch nicht fallen. Egal, wer gewinnt.

Auf lange Sicht ist das Rennen um den Meistertitel kaum auszurechnen. Nuancen werden am Ende entscheiden. Was jedoch für die Basler spricht: der Hunger. Der Hunger nach dem Titel. Zwei Jahre standen die Basler im Schatten der Berner. Nun sind sie zurück in Tuchfühlung. Und die Vergangenheit zeigt: Wird es eng zum Saisonabschluss, hat der FCB die Nase vorn. Ob Finalissima oder Fernduell. Ein Polster wie in den vergangenen Jahren, werden sich die Berner nicht mehr herausspielen können.

Zudem hat der FCB in der Hinrunde eines gezeigt – auch wenn er nicht durchs Band brilliert hat. Er stellt die beste Defensive der Liga. Und die zweitbeste Offensive. Kann man sich wie im vergangenen Jahr derart stabil steigern, wird es schwer für YB, mitzuhalten.

Nach zwei Meistertiteln in Serie scheint der Höhenflug der Berner Young Boys abgeflacht. Die Berner haben Reiseflughöhe erreicht. Sie werden das Steuer gewaltsam nach oben reissen müssen, um sich vom Rest der Konkurrenz absetzen zu können. Die personellen Unruhen tragen ihren Teil dazu bei. Das Transferfenster ist noch geöffnet.

Das Meisterrennen: Vorteil FCB

Egal, wie der Start in die Rückrunde am Sonntag verläuft. Das Meisterrennen wird dann erst so richtig lanciert. Egal, wer gewinnt. Egal, ob Spektakel oder Schnarchfussball. Egal, ob verletzt oder gesperrt.

Verfolgen Sie das erste Spiel zwischen dem FCB und den Berner Young Boys am Sonntag, 26. Januar 2020, ab 16:00 Uhr im Live-Ticker auf telebasel.ch oder in der Telebasel-App.

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