Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 22. Januar 2020.
Basel

Grosser Rat bewilligt umstrittene Holzterrassen am Rheinufer

Der Grosse Rat bewilligte am Mittwoch die umstrittenen Rheinterrassen. Für diese temporäre Installation wurde ein Kredit von 387'000 Franken gut geheissen.

Am Kleinbasler Rheinufer bei der Mittleren Brücke sollen neue Terrassen aus Holz entstehen. Der Grosse Rat hat am Mittwoch für die temporäre Installation einen Kredit von 387’000 Franken bewilligt. Das Vorhaben war im Parlament umstritten.

Der Kredit wurde mit 64 Stimmen zu 18 Stimmen bei neun Enthaltungen gutgeheissen. Die Vorlage beinhaltet auch geschätzte Wartungskosten von insgesamt 36‘000 Franken.

Die Rheinterrassen sollen für einen Zeitraum von rund drei Jahren das Sitzplatzangebot am Rheinufer erweitern. Die neue Anlage enthält drei hölzerne Terrassenstufen mit rund 150 Sitzplätzen und eine 43 Meter lange Holzplattform, die direkt auf dem Wasser zu liegen kommen wird. Sie soll Ende Juni 2020 eingerichtet werden. Auf dem Oberen Rheinweg hinter den Terrassen werden zudem Hocker und Holzbänke aufgestellt. «Es wird das oberer Rheinbord extrem aufwerten, es wird sehr viel mehr Platz geschaffen und ich denke, es wird auch sehr stark genutzt werden», sagte etwa Jo Vergeat, Geschäftsführerin von Kulturstadt-Jetzt.

Gegen das Vorhaben sind allerdings mehrere Einsprachen beim Bau- und Verkehrsdepartement eingegangen, weshalb das Projekt am Mittwoch auch im Grossen Rat für Diskussionen sorgte. So sprach sich die LDP gegen den Kredit aus und auch die FDP war nicht geschlossen dafür. Das Projekt sei ein Eingriff in das Kleinbasler Rheinufer und die Bedenken der Anwohnenden sollten berücksichtigt werden, fand ein FDP-Sprecher.

Ein SP-Sprecher warf den Gegnern des Projekts hingegen Mutlosigkeit vor. Der Basler Architekt Lukas Gruntz findet im Gegenzug das Projekt eher Mutlos. «Wenn man die Rheinterrassen für lediglich drei Jahre baut, wäre das eine Chance gewesen, etwas radikales, etwas poetisches, etwas kunstvolles zu machen».

Rückweisung verlangt

Das Grüne Bündnis Bündnis verlangte Rückweisung des Geschäfts an die Regierung. Dieser Antrag scheiterte allerdings mit 60 zu 26 Stimmen bei fünf Enthaltungen.

Wenn die Rheinterrassen nach drei Jahren wieder abgebaut werden, steht eine umfassende Sanierung des Rheinbords an. Diese steht schon seit längerer Zeit auf der Traktandenliste, wurde 2014 aber aus finanziellen Gründen sistiert.

Die temporäre Anlage versteht sich als «Akzent» des Basler Regierungsrats im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Basel 2020. Sie ist Teil des IBA-Schwerpunkts «Rheinliebe», der grenzüberschreitend mehrere Projekte «zur besseren Erlebbarkeit des Rheins» zusammenfasst. Erleichtert über den Entscheid dürfte Tino Krattiger sein. Gegenüber Telebasel tobte er über die Einsprachen der Gegnerschaft.

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*