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Der Telebasel Talk vom 21. Januar 2020 mit dem Leiter Jugenddienst Kurt Frei.
Baselland

Tabletten-Kinder im Baselbiet – Was tut die Polizei, Herr Frei?

Sekundarschule Gelterkinden: Ein erst 12-jähriger Schüler wurde letzte Woche im Xanax-Rausch ins Spital gebracht. Kein Einzelfall, wie Medienberichte zeigen.

Wer nicht mehrmals tief Atem holt beim Lesen, ist kein Mensch: Die beiden Basler Ex-Tageswoche-Redakteure Renato Beck und Gabriel Brönnimann berichteten im vergangenen Dezember im Magazin «Die Zeit» über 12- bis 15-jährige Schulkinder in unseren Agglomerationsgemeinden, die sich alles «reinballern», was der Dealer vertickt. Oder notfalls, was die Hausapotheke der Eltern hergibt: Verschreibungspflichtige, psychoaktive Medikamente. 

Münchenstein, Allschwil, Reinach, Pratteln …

«Die Baselbieter Jugendanwaltschaft sagt, es gebe in jeder städtischen Gemeinde im Kanton eine Szene, die exzessiv verschreibungspflichtige Medikamente konsumiere.» Erwähnt werden Münchenstein, Pratteln, Birsfelden, Allschwil, Reinach.

Angeführt wird die Hitliste offenbar vom Beruhigungsmittel Xanax, ein Benzodiazepin, das schnell süchtig mache, das Empfindungen, je nach Dosis sogar Erinnerungen auslösche. Die Kinder werfen davon laut eigener Aussage ein Mehrfaches dessen ein, was Erwachsenen empfohlen wird. Manchmal zehn Tabletten pro Nacht. 

Knallhartes Dealer-Business

Offenbar läuft ein knallhartes Dealer-Business in unserer Region. Beck und Brönnimann berichten: «In dieses Geschäft wollten Luca und seine Freunde einsteigen. Sie erzählten, sie hätten Hustensaft, den sie im Darknet kauften, in Flaschen gefüllt und ‹vertickt›. ‹Aber das gab Stress mit ein paar richtig großen Dealern. Wir wurden ins Auto gezerrt und mit dem Messer bedroht. Ein Dealer hat gedroht, er werde meine Schwester vergewaltigen und meine Mutter töten, weil ich Schulden hatte›, sagt Luca. Die Baselbieter Jugendanwaltschaft bestätigt, dass es immer wieder vorkomme, dass Jugendliche erpresst und körperlich angegangen würden».

Bub (12) «konnte nicht mehr richtig laufen»

Letzte Woche wurde ein 12-jähriger Schulbub vollkommen zugedröhnt ins Spital gebracht. Er besuchte die Sekundarschule Gelterkinden. «Er konnte nicht mehr richtig gehen. Ich wusste nicht wie ich handeln soll», schilderte eine Jugendliche in «20 Minuten», wie sie den Jungen antraf. Nach eigenen Angaben habe er Xanax geschluckt.

Wie ist die Lage im Baselbiet? Wie viele Tabletten-Kinder gibt es im Landkanton, resp. von wie vielen wissen die Behörden? Was tut die Polizei? Wie sollen Eltern reagieren?

Im Talk vom 21. Januar 2020, spricht ab 18:45 Uhr Kurt Frei, Leiter Jugenddienst der Polizei Basellandschaft, darüber.

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