Der EuroAirport knackt erstmals die Neun-Milionen-Marke im Transport von Passagieren. (Symbolbild: Keystone)
Basel

EuroAirport verzeichnet Passagier-Rekord

Der Flughafen Basel-Mulhouse verzeichnet 2019 eine Rekordzahl von neun Millionen Reisenden. Die Luftfracht dagegen entwickelte sich erneut rückläufig.

Mit insgesamt 9’090’312 Fluggästen hat der EuroAirport (EAP) 2019 den neunten Passagierrekord in Folge erzielt. Mit 6 Prozent fiel das Wachstum allerdings geringer aus als im Vorjahr. 2018 hatte die Zuwachsrate noch 8,7 Prozent betragen. Abgeschwächt hat sich das Wachstum 2019 im Vergleich zum Vorjahr in den letzten vier Monaten.

Für das laufende Jahr rechnet der EAP mit nur noch einem «leichtem Wachstum» von 1 Prozent respektive 100’000 zusätzlichen Passagieren, wie Flughafendirektor Matthias Suhr am Dienstag vor den Medien sagte. Das abflachende Wachstum sei darauf zurückzuführen, dass der Markt bei Kurzstreckenflügen für den EAP mit über 100 Destinationen für bereits gut ausgeschöpft sei.

Vergangenes Jahr hatte der EAP 30 Millionen Euro investiert, um den Service am Flughafen zu verbessern. Derzeit werden der Ankunftsbereich erneuert sowie neue Gepäckbänder installiert. Im laufenden Jahr soll zudem in einer Testphase mit der automatischen Passkontrollen gestartet werden, um die viel kritisierten Wartezeiten am Zoll zu verkürzen.

Weitere Massnahmen gegen Fluglärm

Das Thema Umwelt habe den Flughafen letztes Jahr stark beschäftigt, sagte Suhr. Der Verwaltungsrat hatte im Juni 2019 eine Strategie für eine nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Teil davon ist die Förderung von Flugzeugen, die weniger C02 ausstossen und weniger Lärm verursachen. Bisher ist noch kein solches Flugzeug am EAP stationiert.

Ab dem 1. April 2020 erhalten Fluggesellschaften, die bei Starts und Landungen Flugzeuge der neusten Generation wie A320neo einsetzen, vom EAP eine Tarifreduktion. Damit reduzieren sich die Landegebühren für solche Flugzeuge am EAP Basel-Mülhausen tagsüber um 60 Prozent und ab 22 Uhr um 80 Prozent.

2019 betrug der Anteil der umstrittenen Südanflüge 9 Prozent. Es sei dem Flughafen ein Anliegen, dass weniger Südanflüge abgewickelt würden und der Lärm nach 23 Uhr reduziert werden könne, sagte Suhr.

Der EAP hat bei den französischen und Schweizer Luftfahrtbehörden verstärkte Lärmschutzmassnahmen beantragt. Eine mögliche Option ist laut Suhr die Reduktion der programmierten Flüge ab 23:00 Uhr. Angehört werden dazu unter anderem auch Vertreter von Gemeinden, Kantonen, Fluggesellschaften und Anwohnerverbänden. Erste Massnahmen sollen nächstes Jahr umgesetzt werden.

Als Grundlage für die weitere Entwicklung soll für den EAP zudem eine sogenannte begrenzende Lärmkurve definiert werden. Diese sieht eine Begrenzung des maximal zulässigen Lärmwets vor, die auch bei Ausbau- und Optimierungsmassnahmen nicht überschritten werden darf. Die Arbeiten für dieses Projekt sind bereits aufgenommen worden.

Überdies will der EuroAirport seinen CO2-Fussabdruck senken. Bis 2022 soll der CO2-Ausstoss pro Passagier respektive pro 100 Kilo Fracht gegenüber 2015 um 20 Prozent abnehmen.

Nur Expressfracht im Plus

Zulegen konnte der EAP neben den Passagieren auch bei der Expressfracht: Mit 48’027 Tonnen wurde ein Zuwachs um zwei Prozent registriert.

Erneut rückläufig war dagegen das übrige Frachtgeschäft. Bei der Vollfracht resultierte mit 13’518 Tonnen ein Minus von 14 Prozent. Um 5,9 Prozent auf 44’530 Tonnen sank zudem der Luftfrachtersatzverkehr.

Mit insgesamt 106’075 Tonnen verzeichnete der EAP beim Güterumschlag einen Rückgang von 3,7 Prozent. Wie bei den Passagieren erwartet der EAP für 2020 auch bei der Fracht eine Stabilisierung auf dem Niveau des Vorjahres.

Bei den Starts und Landungen registrierte der Flughafen Basel-Mülhausen eine Zunahme um 2,1 Prozent auf 99’313. Davon entfielen 82 Prozent auf den kommerziellen Passagier- und Frachtverkehr. Mit 81’533 Flugbewegungen ergab sich dort eine Zunahme um 3,4 Prozent.

Bei den vom EAP aus angeflogenen Destinationen lag 2019 vor Amsterdam und Berlin erneut London an der Spitze. Allerdings verzeichnete London einen Rückgang von 11,3 Prozent, weil Ryanair den Flughafen Stansted nicht mehr angeflogen hatte.

Beliebt bei den Passagieren waren vergangenes Jahr auch die beiden Destinationen Istanbul und Pristina mit einem Wachstum von 9,2 respektive 14,9 Prozent. Nach wie vor würde die junge Generation im Alter von 20 und 29 Jahren den EAP am meisten nutzen, sagte Suhr.

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