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Der Telebasel New-Beitrag vom 20. Januar 2020.
Basel

Im Jobsharing Basel regieren

Die BastA! denkt laut über eine mögliche Doppelkandidatur im Regierungsrat nach. Eine Idee, die auf Sympathie stösst, aber auch Fragen aufwirft.

Jobsharing im Regierungsrat: das schlägt die BastA! vor. Mit einer Doppelkandidatur will die Partei einen Sitz in der Basler Regierung holen. Telebasel hat nachgefragt, wie die Idee des geteilten Sitzes ankommt.

«Ich finde man sollte darüber sprechen, Jobsharing auch in den Kaderpositionen einzuführen», ist dann etwa die Haltung von Julian Gresenz. «Bei den Grünen in Deutschland ist das ja schon Realität», führt er an.

«Ja, generell finde ich die Idee des Jobsharings gut, jetzt beim Regierungsrat frage ich mich, ob man dann effektiv ist», ist sich Aline Bieri unsicher. «Grundsätzlich finde ich das eine Idee, die prüfenswert ist», findet Hanspeter Mathis.

Sympathien für die Idee der BastA! sind durchaus vorhanden. Basel wäre da als Stadt auch nicht in einer Pionierrolle, denn das Parlament der Stadt Bern hat im Herbst ’18 bereits die Weichen für Jobsharing in der Stadtberner Exekutive gestellt. Als Kanton wäre Basel-Stadt aber tatsächlich ein Vorreiter.

Bekanntes Modell

Das Modell Topsharing wird in der Privatwirtschaft und zum Teil auch bei öffentlichen Institutionen bereits praktiziert. Doch alles in allem eher selten, sagt Beat Altherr von der Kadervermittlung A&U in Basel gegenüber Telebasel: «Ich muss sagen, wir haben das bis jetzt ganz selten gehabt. In den letzten Jahren ist das ein- bis zweimal angesprochen worden».

Das Problem sei dann häufig nicht, dass es nicht möglich ist, sondern das der Wille zur Veränderung nicht da sei. «Aus meiner Sicht ist es eine kulturelle Frage, also weniger eine organisatorische als eine kulturelle», ist der Kadervermittler überzeugt. Habe man aber in einem Unternehmen beispielsweise einen CEO oder eine leitende Person im HR, die auf Teilzeit und Sharing-Modelle setze, komme relativ schnell Bewegung in die Sache.

Interessant für Frauen

Ein wichtiges Argument für Jobsharing, auch bei der Regierung ist, dass Frauen mit Familie sich eher einbringen können. Ein zutreffendes Argument, findet auch Kadervermittler Altherr: «Ich sehe einen grossen Vorteil darin, dass wenn man eine Führungsfunktion aufteilt, mehr Frauen ansprechen und dafür gewinnen kann.» Denn es sei effektiv der Fall, dass fehlende Teilzeitmodelle gut ausgebildeten Frauen der Wiedereinstieg ins Berufsleben erschweren oder gar verunmöglichen.

Ein Regierungsrat im Jobsharing hätte für Altherr dann auch Vorbildcharakter für die ganze Gesellschaft: «Die Signalwirkung wäre dann, effektiv eine Stelle so zu besetzen und ich denke das wäre auch eine Signalwirkung Richtung Wirtschaft und es hätte eine Signalwirkung für Frauen in Führungspositionen.» Denn man müsse bedenken, dass man bei dieser Entwicklung noch sehr am Anfang stehe, bei vielen Firmen bestehe noch wenig Verständnis für Teilzeit-Modelle, dementsprechend stossen Sharingmodelle auf taube Ohren.

Entscheid Ende Monat

Ende Monat entscheidet die BastA!, ob und in welcher Form sie an den Regierungsratswahlen teilnimmt. Spätestens dann wissen wir, ob mit einer Person oder mit Topsharing-Paket.

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