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Der Telebasel News Beitrag vom 22. Januar 2020.
Baselland

«Es ist heuchlerisch» – JUSO greift JSVP an

Aus einer Waldputz-Aktion bei Liestal wird ein politischer Streitpunkt: Die JUSO, jgb und SVP werfen sich gegenseitig «Heuchlerei» und «Effekthascherei» vor.

Am Sonntag befreiten mehrere Jungparteien oberhalb von Liestal den Wald von Abfall. Was als überparteiliche Putzaktion zum Schutz der Umwelt startete, eskaliert nun in einem Streit. Was ist passiert?

«Der Einsatz hat für das jgb und die JUSO einen heuchlerischen Beigeschmack», schreiben das Junge Grüne Bündnis und die Jungsozialisten Baselland am Montag in einer Mitteilung. Der Grund: «Die beiden ökologischen Jungparteien vermissen das in der Medienmitteilung zur Aktion bekundete Umweltbewusstsein der bürgerlich-rechten Jungparteien in den inhaltlichen Positionen. Angesichts der Klimakrise sind wirkliche politische Veränderungen gefragt und nicht Alibi-Aktionen», so der Wortlaut in der Mitteilung.

Ein Vorwurf, der die Junge SVP Baselland auf den Plan ruft: «Die Junge SVP Baselland steht auch im Thema Umweltschutz für Sachpolitik und Praxis und nicht für Ideologie und Effekthascherei», schreibt die Partei in Antwort auf die von den linken Jungparteien veröffentlichte Medienmitteilung.

Uneinigkeit über Umweltschutz-Einsatz

«Wir danken dem Verein Suuberewald für den Aufruf zu einer gemeinsamen Putzaktion. Wir wünschen uns jedoch, dass sich die anderen Jungparteien auch politisch stärker für den Umweltschutz einsetzen. Nur so lassen sich echte Massnahmen für die Umwelt und den Klimaschutz treffen», sagt Paula Carle, Co-Präsidentin jgb.

«Dass die rechten Jungparteien sich angesichts der Klimakatastrophe mit dieser Alibi-Aktion einen grünen Anstrich geben wollen, ist bestenfalls ein schlechter Scherz», kommentiert Anna Holm, Präsidentin der JUSO Baselland.

Die Junge SVP wirft den linken Parteien derweil vor, «die praktische und erfolgreiche Aktion dazu zu missbrauchen, um auf Kosten anderer billige Parteipolitik zu betreiben». Bereits seit Jahren veranstalte die Junge SVP Baselland ihren Clean-Up Day und setze sich für eine intakte Umwelt ein, wie die Partei weiter mitteilt. «Das Besetzen von Banken, das Durchführen von unbewilligten Klimademos, Sitzstreiks, Sachbeschädigungen, Farbanschläge oder aber eine Verbotskultur sind in unseren Augen nicht die Mittel, um den Klimawandel anzugehen.»

Die Partei setze sich für einen Kampf gegen die Klimakrise mit Hilfe von technologischem Fortschritt, adäquater Wirtschaftspolitik und realistischer Auflagen ein, wie sie argumentiert.

Putzaktion-Organisator überrascht

Bei Marco Agostini, Präsident Suuberewald, stösst der Streit derweil auf Unmut. «Ich finde es unnötig», sagt der Organisator der Liestaler Putzaktion gegenüber Telebasel. «Es war eine gute und erfolgreiche Aktion, mit jungen Menschen, die am Sonntagmorgen ihre Freizeit dafür gewidmet haben. Alle waren erstaunt, wieviel Abfall da im Bach lag – und sie sollten damit über Social Media viele andere junge Menschen erreichen und motivieren», erzählt er.

Mit dem Streit zwischen den Parteien habe er nicht gerechnet: «Es gibt genügend Möglichkeiten für die jungen Parteien, sich auseinanderzusetzen. Eine Putzaktion ist definitiv nicht geeignet und nicht zielorientiert. Aber ich bin ihnen nicht böse und hoffe, dass sie daraus gelernt haben».

Auch Anzeichen für eine Auseinandersetzung habe es während des Putzens nicht gegeben. «Es war absolut friedlich und alle hatten eine Riesenfreude daran. Wir sind danach, nicht alle, noch ins Bahnhofbuffet gegangen und Suuberewald hat die Getränke spendiert. Alle waren happy, etwas Gutes getan zu haben. Mir ging es auch so.»

Aktion findet weiter statt

Die Auseinandersetztung ist dabei eine Premiere: Einen ähnlichen Vorfall hätte es im Zusammenhang mit der Aktion noch nie gegeben. Alle seien immer motivert und glücklich gewesen, etwas für die Wälder und Bäche getan zu haben. «Die meisten Gruppierungen sind sogar schon mehrmals dabei gewesen», so Marco Agostini.

Trotz Streit: Die Organisation will ihre Putzaktionen weiter durchführen, wie Agostini sagt. «Wir machen weiter unsere Arbeit und wir werden im Herbst wieder eine Putzaktion mit den Jungen Parteien organisieren. Ich hoffe, es machen alle dabei mit. Mein Ziel ist es, dass sie alle gemeinsam für eine saubere Umwelt und Natur kämpfen. Da spielt die Partei überhaupt keine Rolle.»

2 Kommentare

  1. Statt sich gemeinsam für Umweltschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit einzusetzen, fetzen sich die Jungparteien! Das ist völlig unnötig. Es geht nicht darum, wer hier sauberer, grüner, besser, toller ist. Es geht darum, gemeinsam etwas für die Erde zu tun! Ist doch echt daneben sowas! Eine Putzaktion ist keine Selbstbeweihräucherung.Report

  2. Einmal mehr!
    Wo die JUSO ihre Finger im Spiel hat, gibt
    es immer „Stunk“!
    Für diese möchtegern Revoluzzer, sollte
    zwingend ein Benimmkurs durchgeführt
    werden.Report

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