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International

Milliardenverdienst oder Pleite? Das wartet auf Harry und Meghan

Werden Prinz Harry und Herzogin Meghan nach der Abspaltung vom Königshaus steinreich oder eine Niederlage einstecken müssen? Experten sind sich uneinig.

Nach der Rückzugsankündigung von Prinz Harry und seiner Frau Meghan hat der Buckingham-Palast am Samstag die Regelungen für die künftige Rolle des Paares bekannt gegeben. Neben dem Verzicht auf den Titel «Königliche Hoheit» werden die beiden demnach künftig keine öffentlichen Gelder für die Wahrnehmung königlicher Pflichten mehr erhalten und auch die Renovierungskosten für ihr Haus Frogmore Cottage im Park von Schloss Windsor zurückzahlen.

Das Paar will künftig finanziell unabhängig werden. Laut der «Bild» dürfte das kein Problem werden: PR-Experten sagen voraus, dass die beiden innerhalb eines Jahrzehntes eine Milliarde verdienen werden. Mit Werbeverträgen bieten sich lukrative Geschäftsmöglichkeiten. Acht- bis Neunstellige Summen könnten hier jährlich winken. Auch ein Vertrag mit dem Filmstudio Disney für Herzogin Meghan dürfte sich lohnen. Sie soll Sprecherin einer Tierdokumentation werden. Das Geld geht allerdings nicht an das noch royale Paar: Ihr Lohn geht an die Wohltätigkeitsorganisation «Elephants Without Borders».

Mit öffentlichen Auftritten im TV und an Veranstaltungen oder exklusiven Interviews bestehen Möglichkeiten für weitere Verdienste. Den Namen «Sussex Royal» liess das Paar schon im Juni 2019 beim Patentamt als Marke Eintragen. Unter anderem Bücher, Poster, Workshops, Vorträge, Kleidung und auch Zeitschriften kann das berühmte Paar unter ihrer Marke veröffentlichen.

Skepsis von weiteren Experten

Andere Experten sehen dieses Vorhaben skeptisch. Derartige Versuche der Royals hätten bisher «immer in Tränen geendet», warnte der frühere BBC-Royals-Korrespondent Peter Hunt.

Auch David McClure, Autor eines Buchs über die Finanzen des britischen Königshauses, sagt: «Ich glaube nicht, dass das funktionieren wird.» Royals und Geldverdienen sei «eine giftige Mischung» voller «Gefahren». Diese reichen von Interessenkonflikten über peinliche Misserfolge bis hin zum finanziellen Ruin, wie andere Mitglieder des Königshauses in der Vergangenheit vorgeführt haben:

Prinzessin Diana

Nach ihrer Scheidung von Thronfolger Prinz Charles 1996 beendete Prinz Harrys Mutter ihr Engagement für 93 von 99 wohltätigen Einrichtungen, für die sie sich bis dahin eingesetzt hatte.

Auch wenn sie nicht mehr wirklich zum Königshaus gehörte, sagte sich Diana aus Sorge um ihre Söhne nicht völlig los. Sie lebte weiter im Kensington-Palast, hatte aber keinen Personenschutz wie ein Royal. 1997 starb sie bei einer Verfolgungsjagd mit Paparazzi in Paris.

Prinz Edward

Als viertes und jüngstes Kind von Königin Elizabeth II. wusste Prinz Edward nicht viel mit sich anzufangen. Er begann, für ein Musicaltheater zu arbeiten. Später beteiligte er sich an künstlerisch anspruchsvollen, aber erfolglosen TV-Produktionen. Mit seiner Royals-Version der Slapstick-Fernsehshow «It’s a Knockout» erlebte er nach landläufiger Meinung ein erniedrigendes Desaster.

Edward kehrte schliesslich in den Schoss des britischen Königshauses zurück. Dort übernimmt er regelmässig öffentliche Aufgaben und verhält sich ansonsten unauffällig.

Sophie, Gräfin von Wessex

Nach ihrer Hochzeit mit Prinz Edward 1999 betrieb Sophie von Wessex weiter ihre PR-Firma. 2001 berichtete die Zeitung «News of the World», dass sie sich gegenüber einem angeblichen potenziellen Geschäftspartner abfällig über Mitglieder des Königshauses und Politiker geäussert habe. Ihr wurde vorgeworfen, ihre Beziehungen zum Königshaus für geschäftliche Zwecke zu missbrauchen.

Daher zog sich Sophie 2002 aus dem Geschäftsleben zurück. Seitdem hat sich Edwards Frau zu einer der zuverlässigsten Royals entwickelt und tritt oft als Begleitung der Queen auf.

Sarah, Herzogin von York

Nach ihrer Scheidung vom zweitältesten Sohn der Queen, Prinz Andrew, im Jahr 1996 musste Sarah Ferguson sich selbst um Einkünfte bemühen. Sie war Werbebotschafterin für das Diät-Unternehmen Weight Watchers, schrieb Kinderbücher und trat im US-Fernsehen auf.

Dennoch hatte die Herzogin von York mit Schulden zu kämpfen. 2010 berichtete «News of the World», «Fergie» sei mit versteckter Kamera dabei gefilmt worden, wie sie einem als Geschäftsmann getarnten Journalisten für 500.000 Pfund Zugang zu ihrem Ex-Mann Prinz Andrew anbot.

Herzogin Sarah soll ausserdem von dem US-Milliardär und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bei einer finanziellen Klemme Unterstützung bekommen haben. Wegen seiner Kontakte zu dem mittlerweile in US-Haft gestorbenen Geschäftsmann legte Andrew im November seine öffentlichen Aufgaben nieder.

Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie

Die Töchter von Andrew und Sarah sind die ranghöchsten Mitglieder der britischen Königsfamilie, die keine royalen Pflichten ausüben. Die 31-jährige Beatrice arbeitet in New York als Vize-Chefin für Strategie und Partnerschaften von Afiniti, einem Entwickler von Software für Künstliche Intelligenz.

Die 29-jährige Eugenie arbeitet in leitender Stellung bei der Londoner Kunstgalerie Hauser and Wirth. Interessenkonflikte werden den beiden Schwestern nicht vorgeworfen. Sollten Harry und Meghan ihre royalen Pflichten völlig abgeben, dürfte der Druck auf Harrys Cousinen wachsen, sich als Vertreterinnen der jungen Generation bei den Royals zu engagieren.

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