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Der Telebasel Newsbeitrag vom 19. Januar 2020.
Basel

Das ist der wohl älteste Laternenmaler Basels

Der wohl älteste Laternenmaler in Basel feierte am Donnerstag seinen 90. Geburtstag. Im Interview blickt er auf seine lange Fasnachts-Karriere zurück.

Er ist vermutlich der älteste Laternenmaler in Basel. Robert Develey feierte am Donnerstag seinen 90. Geburtstag. Der fitte und muntere Piccolospieler hat Telebasel an seinem Jubiläum in sein Atelier eingeladen und erzählt, was er in den letzten zwanzig Jahren als Laternenmaler so alles erlebt hat.

Die erste Laterne für die Fasnacht zeichnete er im Jahr 1967. «Sie waren ganz froh, als ich sagte: ‹Hört zu, ich male euch die Laterne›», erinnert sich Develey. Ganz recht, sei ihnen das damals gewesen, und als «Lohn» habe er dann eine Flasche geschenkt bekommen: «Damals ging das alles schön ehrenamtlich».

«Hatte nie eine künstlerische Schulung»

Für die Anfertigung einer Laterne investiert er etwa drei Monate lang seine Freizeit. So manches Mal sass er sogar bis um drei Uhr morgens mit dem Pinsel an der Leinwand: «Dann habe ich mir immer wieder gesagt: ‹Ich höre jetzt auf›.». Letztlich habe er dann aber doch immer weiter gemacht.

Momentan arbeitet der Jubilar an einer Laterne für seine eigenen Clique, die Revoluzzer. Darauf ist zwar schon ein bisschen stolz, nimmt es aber ansonsten ganz gelassen: «Ich bin froh, hat mir der liebe Gott dieses Talent mitgegeben, ich hatte nie eine künstlerische Schulung. Vielleicht ist das Positive am Ganzen, dass man etwas Kreatives machen kann, das ganz ausserhalb der beruflichen Tätigkeit steht», erzählt er. Gerade als Welscher könne man sich da richtig austoben. Absolut einzigartig sei die Struktur in Basel.

Erste Fasnacht 1939

Seine erste Fasnacht erlebte der ursprünglich aus der Romandie stammende Develey im Jahr 1939. Aktiv dabei war er dann ab 1946. Seither ist die Fasnacht seine grosse Leidenschaft: «Eine Welt, eine eigene Welt, in der man sich entfalten kann. Man kann auf künstlerischen Weg einen Beitrag leisten und sehr besondere Freundschaften pflegen», schwärmt der 90-Jährige. Hat man so etwas einmal miterlebt, könne einem das niemand mehr nehmen.

Aber ist dem Laternenmaler der ganze Aufwand für die wenigen Tage denn überhaupt wert? «Ich weiss, nächstes Jahr gibt es wieder eine. Genau wie die Fasnacht. Wenn sie fertig ist um vier Uhr früh am Donnerstagmorgen gehen wir nach Hause und bereiten und auf die nächste Fasnacht vor.»

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