Featured Video Play Icon
Basel

76-Jährige wegen Mordes an Ilias (†7) angeklagt

Zehn Monate nach der tödlichen Messerattacke auf Ilias (†7) wird die 76-jährige Täterin wegen Mordes angeklagt. Sie habe die Tat von langer Hand geplant.

Eine psychisch kranke Frau stach im März 2019 den siebenjährigen Ilias am St. Galler-Ring nieder. Der Schuljunge starb an den Messerstichen. Die Tat löste schweizweit und international grosse Betroffenheit aus. Die Täterin, eine heute 76-jährige Frau, wurde nach der Tat festgenommen und ist geständig. Die Basler Staatsanwaltschaft kam im Dezember 2019 zum Schluss, dass die Frau schuldunfähig sei. Sie beantragt eine Verwahrung der Schweizerin.

Der Telebasel News Beitrag vom 13. Dezember 2019.

Der Prozess beginnt Anfang April. Nun liegt die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vor. Die Täterin wird wegen Mordes angeklagt. Sie habe die kaltblütige und brutale Tat offenbar seit Langem geplant, schreibt die «bz Basel» und beruft sich dabei auf die Anklageschrift. Es müsse von einem angekündigten Mord ausgegangen werden.

Stetiger Kampf gegen die Behörden

Die Täterin ist den Behörden seit mehr als 40 Jahren als notorische Querulantin bekannt. Ein Grund dafür sei wohl ihre psychische Verfassung. Die Staatsanwaltschaft schreibt, dass die Beschuldigte «an einer chronifizierten, schwerwiegend wahnhaften Störung, einem Querulantenwahn» leide.

Die Störung ausgelöst habe ein weitreichender ziviler Rechtsstreit ihres 1999 verstorbenen Partners. Laut Staatsanwaltschaft schrieb die Täterin während über 42 Jahren querulatorische Briefe an die Behörden. Anfang der 2000er-Jahre absolvierte die Frau diverse Psychiatrie-Aufenthalte, die gegen ihren Willen angeordnet wurden. Und bereits vor vier Jahren drohte die Frau, dass jederzeit eine «Gewalttat» zu erwarten sei. Diese Drohung spitzte sich einige Monate vor der Tat zu: Es sei eine «Gewalttat unumgänglich», da ihr eine «gewaltfreie Lösung» verweigert werde.

«Tötungsideen im Kopf durchgespielt»

Schliesslich kündigte sie ihre Tat nochmals per Brief an und plante die Tat bis ins Detail. Sie habe ihre «Tötungsideen im Kopf durchgespielt» und war bereits am Vortag der Tötung mit einem Küchenmesser im Gotthelf-Quartier unterwegs. Bereits zwei Tage vor der Tat verfasste sie auf ihrem Handy eine SMS, in der sie die Tötung gestand. Die Nachricht wurde nicht verschickt, konnte jedoch von den Behörden rekonstruiert werden.

Am 21. März 2019 wartete sie erneut in der Nähe des Gotthelf-Schulhauses. 200 Meter vom Schulhaus entfernt traf sie zufällig auf Ilias. Sie näherte sich ihm von hinten, laut Staatsanwaltschaft «heimtückisch und in direkter Tötungsabsicht», und stach dem wehrlosen Primarschüler zweimal gezielt mit dem Messer in den Hals. Sie beugte sich daraufhin über das Opfer und vergewisserte sich, dass sie den Jungen tödlich verletzt hatte. Danach verliess sie den Tatort. Zwei Stunden nach der Tat stellte sie sich der Basler Staatsanwaltschaft.

Auch im Gefängnis eine Querulantin

Die Staatsanwaltschaft klagt die 76-jährige Frau wegen Mordes an, kommt in der Anklageschrift aber erneut zum Schluss, dass die Täterin schuldunfähig sei. Die Frau solle aufgrund ihrer psychischen Verfassung verwahrt werden. Das querulatorische Verhalten der Frau nahm auch nach der schockierenden Tat kein Ende. Seit sie im Waaghof in Untersuchungshaft sitzt, reicht sie zahlreiche Eingaben und Beschwerden an die Gerichte ein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Was geschah bisher