Tino Krattiger ärgert sich über die Einsprachen gegen die Holzterrasse am Rhein. (Archivbild: Telebasel)

Basel

Tino Krattiger tobt wegen Rheinterrassen-Einsprachen

Gegen die geplanten Rheinterrassen wurden wegen möglicher Gesetzesverletzungen mehrfach Einsprachen erhoben. Reine Verhinderungstaktik, sagt Tino Krattiger.

Tino Krattiger stehen die Haare zu Berg. Der Grund: Mehrere Einsprachen gegen eine geplante provisorische Holzterrasse zwischen der Mittleren Brücke und der Wettsteinbrücke. Beim Festivalgründer von Im Fluss werden Erinnerungen an den langen Rechtsstreit mit den Anwohnern des Oberen Rheinwegs wieder wach.

Im Rahmen der IBA 2020 und für die begrenzte Dauer von drei Jahren soll zwischen der Mittleren Brücke und der Wettsteinrücke die Installation 150 zusätzliche Sitzplätze am Rhein bieten. Die Argumente der Einsprachen seien allesamt nur «Guggus», um eine Belebung des Rheinbords zu verhindern, sagt Tino Krattiger, Im Fluss-Kapitän und Mitglied von Kulturstadt-jetzt.

«Das sind alles nur Grabenkämpfe»

«Das sind alles nur Grabenkämpfe. Um das geht es doch gar nicht», entgegnet der Berufskleinbasler dem Argument des Vereins Rheinpromenade Kleinbasel. Für sie stellt das Projekt ein klarer Verstoss gegen das eidgenössische Gewässerschutzgesetzt dar.

Das sei doch überhaupt nicht der Punkt, kontert Krattiger. Dies sei vorgängig doch alles bereits abgeklärt worden. «Ihr wollt einfach gar nichts am Oberen Rheinweg.» Krattiger erinnert sich an seinen Gang ans Bundesgericht wegen seines Festivals, «weil irgend ein paar alte Männer das Münster und den Oberen Rheinweg als Tabu betrachteten.» Im aktuellen Widerstand sehe er parallelen.

Ein schlechtes Licht aufs Festival

Matthias Rapp, Vorstand Verein Rheinpromenade Kleinbasel sieht sich missverstanden. «Wir wollen, dass es am Rheinufer für alle Anspruchsgruppen möglichst lebenswert und konfliktfrei ist.» Die geplante «Überbauung» ergebe sowohl für die Rheinschwimmer, wie Spaziergänger ein Nachteil.

Der Verein untermalt seine Befürchtungen mit einer Fotomontage, welches er jüngst seinem Newsletter beilegte. Im Zentrum: Krattigers Floss.

(Montage: zVg)

Nutzt der Verein den Event, um die Promenade in ein schlechtes Licht zu rücken? Das Bild soll lediglich auf das Sicherheitsrisiko hinweisen. «300 zusätzliche Sitzplätze ohne Geländer sind gefährlich», so das Argument Rapps. «Ich glaube euch das nicht», kontert Krattiger. «Ihr wollt einfach alles verhindern.»

Tino Krattiger, Im Fluss-Kapitän und Mitglied von Kulturstadt-jetzt und Matthias Rapp, Vorstand Verein Rheinpromenade Kleinbasel, im Streitgespräch über die geplante Rheinterrasse im Talk am 15. Januar 2020 um 19:15 Uhr und dann stündlich in der Wiederholung. 

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