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Der Telebasel Talk vom 15. Januar 2020.
Basel

Streit um geplante Holzstufen am Rheinufer

Rheinterrassen sollen zum Verweilen am Rheinufer einladen. Dagegen erhoben Vereine Einsprache. Tino Krattiger und Matthias Rapp streiten im Talk darüber.

Die Basler Regierung schreibt: «Mitten in der Innenstadt sollen ab Ende Juni 2020 neue Rheinterrassen zusätzlichen Platz zum Verweilen und Erleben des Rheins bieten. In der Uferböschung oberhalb der Mittleren Brücke schliessen drei übereinanderliegende Terrassen an die bestehenden Steinstufen an. Die Holzterrassen bieten rund 150 Sitzplätze mit Blick auf die Grossbasler Stadtkulisse. Eine darunterliegende Holzplattform direkt am Wasser bildet auf einer Länge von 43 Metern zugleich Landestelle und Einstiegsmöglichkeit für Rheinschwimmer sowie eine grosszügige Sitzfläche.»

Während «zirka drei Jahren» sollen die Holzstufen installiert sein. Dafür beantragt die Regierung beim Grossen Rat 387’000 Franken.

Breite Gegner-Front

Wie das Basler Newsportal onlinereports.ch berichtet, hat sich gegen das Projekt eine breite Front gebildet. Aus teilweise unterschiedlichen Gründen erheben der Basler Heimatschutz, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, der WWF Region Basel sowie der Verein Rheinpromenade Kleinbasel (unterstützt vom Verein «Neutralen Quartierverein Oberes Kleinbasel») Einsprache.

Angeführt werden gesetzliche Gründe, die angebliche «Verunstaltung» des Rheinufers, die Sorge vor einer dauerhaften Installation. Schützenhilfe erhalten die Vereine von Architekt Lukas Gruntz, der das Projekt für «uninspiriert», «wenig nachhaltig» und auch teuer hält. Pro Sitzplatz habe er einen Preis von rund 2’500 Franken Erstellungskosten ausgerechnet, so onlinereports weiter.

Mehr Partylärm am Rheinufer?

Der aber vor allem für die Anwohner springende Punkt für die Opposition gegen die Rheinterrassen dürfte die befürchtete stärkere Belebung des Rheinufers sein. So publizierte der Verein Rheinpromenade Kleinbasel im jüngsten Newsletter sein bildliches Angstszenario im Stile eines «Vorher/Nachher»:

   … der Plan*

… könnte es live so aussehen?*

*Kommentare Verein Rheinpromenade Kleinbasel (Quelle: Newsletter Verein Rheinpromenade Kleinbasel)

Der Verein schreibt denn auch in seinem Argumentarium zur Einsprache: «Das Projekt Rheinterrassen steht im Widerspruch zur wiederholt geäusserten Absicht des Kantons, die Aktivitäten und Nutzungen des ganzen Rheinufers differenziert und unter Berücksichtigung der Interessen aller Anspruchsgruppen zu fördern. (…) Es liegt nicht im öffentlichen Interesse, die Aktivitäten am heutigen Hotspot Oberer Rheinweg im Abschnitt Referenzgässlein bis Mittlere Brücke durch ein weiteres Angebot zu intensivieren und damit beizutragen, die negativen Begleiterscheinungen dieser zusätzlichen Verdichtung Vorschub zu leisten». Mit den Begleiterscheinungen sind wohl Party-Lärm bis in die Morgenstunden und Littering gemeint.

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