Featured Video Play Icon
Lotynka wurde über 35 Jahre alt. (Bild: Zoo Basel)
Basel

Letzter Zolli-Bär ist tot

Der letzte Malaienbär im Zolli ist tot. Die Bärendame Lotynka musste wegen eines Tumors eingeschläfert werden. Sie war das älteste Exemplar Europas.

Manch ein Kind steuerte im Zolli als erstes das Bärengehege gleich rechts beim Eingang an, um einen Blick auf Malaienbärin Lotynka zu erhaschen. Oft war die Enttäuschung jedoch gross und die Kinder trafen nur ein leeres Gehege an. Denn Malaienbären sind eigentlich nachtaktiv.

Seit Montag warten nun die Kinder vergebens, dass sich «Lotti», wie sie von ihren Pflegern liebevoll genannt wurde, blicken lässt. Die todkranke Malaienbärin musste eingeschläfert werden, wie der Zolli in einer Mitteilung schreibt.

Ihr hohes Alter von über 35 Jahren (das genaue Alter ist nicht bekannt) war ihr schon lange anzumerken, heisst es weiter. Über die letzten Jahre war Lotynka merklich inaktiver geworden und mochte nicht mehr klettern. Ende letzter Woche verschlechterte sich ihr Zustand rapide. Um Lotynka weiteres Leiden zu ersparen, entschloss man sich im Zoo Basel, sie zu erlösen.

Lotti und ihr aufregendes Leben

Lotynka hat ein aufregendes Leben hinter sich. In den 80er Jahren in Vietnam geboren, kam sie als Waisenkind in den Zoo Ústí nad Labem in der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik, wie die «BaZ» schreibt. Ihre Mutter wurde wohl Opfer von Wildern, die es auf ihre Gallenflüssigkeit abgesehen haben. Dieser werden in Vietnam heilende Kräfte zugeschrieben.

2006 wechselte die Bärendame in den Frankfurter Zoo, wo sie zusammen mit dem Bären Teddy lebte. Als der Frankfurter Zoo im Jahr 2010 umbaute, wurde Lotti vorübergehend im Basler Zolli aufgenommen.

Das Asyl wurde zur Altersresidenz. Der Grund: Der Frankfurter Zoo setzte in der Zwischenzeit auf eine andere Bärenart, die nicht nachtaktiv ist – den Besuchern zuliebe.

Bärengehege bleibt vorerst leer

Lotynka litt an einem Tumor. Bereits bei der Ankunft im Basler Zolli habe sich die Bärin nicht in «bestem gesundheitlichen Zustand» befunden. Mit ihren über 35 Jahren war Lotti eine regelrechte Greisin, denn in Menschenobhut werden Malaienbären meist nicht älter als 30 Jahre.

Im Basler Zolli sind nun keine Bären mehr zu Hause. Ob und welche Tiere in die Bärenanlage einziehen werden, sei noch unklar.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel