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Der Telebasel News Beitrag vom 15. Januar 2020.

Baselland

Heisse Debatte über Mittagessen

Muttenz wählt am 9. Februar einen neuen Gemeinderat. Der Mittagstisch und Betreuungsangebote geben im Wahlkampf besonders zu reden.

Muttenz wählt am 9. Februar seinen Gemeinderat. Bei der Gesamterneuerungswahl treten alle bisherigen wieder an. Mit Yves Laukemann der SP und dem parteilosen Samuel Mathys stehen zwei Herausforderer bereit.

Was nach einer nicht sehr prickelnden Ausgangslage klingt, gewann am Wahlpodium am Dienstagabend plötzlich an Brisanz: Ganz hinten im Saal entrollten eine handvoll Anwesende ein Transparent mit der Aufschrift «Muttenz Familienfreundlich???». Zusätzlich forderte eine Zuschauerin die Kandidierenden auf, Stellung zu beziehen, wie sie sich für ein familienfreundliches Muttenz einsetzen wollen.

Eltern organisieren sich

Vor rund einer Woche organisierten sich Eltern im «Forum familienfreundliches Muttenz» um ihre Anliegen besser zu sammeln und zu koordinieren. Die Diskussionen rund um den Mittagstisch waren Stein des Anstosses um sich grundsätzliche Fragen zur Familienpolitik in Muttenz zu stellen.

Die Preise des Mittagstisches wurden in der Vergangenheit massiv erhöht. Anstatt zehn Franken pro Kind und Essen, sollen neu 24 Franken verrechnet werden und die Einkommensgrenze für Unterstützung von der Gemeinde von 120’000 auf 100’000 Franken Jahreseinkommen gesenkt werden. «24 Franken sind einfach zu teuer für Familien» sagt etwa Viola Rüegg vom Forum familienfreundliches Muttenz.

Zur Diskussion um den Mittagstisch musste sich Gemeinderat Thomas Schaub äussern, weil dieser in sein Departement Bildung, Kultur und Freizeit fällt. Schaub ist seit knapp fünf Monaten in der Muttenzer Exekutive, die Debatte war ihm aber auch schon davor bekannt. «Der Mittagstisch ist sicher ein Thema, dass wir uns ansehen müssen.» Alleine entscheiden in dieser Frage, könne er aber nicht, da er im Gemeinderat einer von sieben ist und «wir haben das Kollegialitätsprinzip».

Schaub ist nicht der Meinung, dass er bei der Departementsvergabe den Trostpreis gezogen hat. «Man muss natürlich bereit und gewillt sein, wenn man so ein Departement mit einem so heissen Eisen übernimmt» sagt Schaub und «ich bin motiviert und interessiert daran, eine Lösung zu finden.»

Mehr Bedarf für Betreuung

Muttenz wächst und wächst. Insbesondere bei jungen Eltern ist die 17’000 Seelen Gemeinde an der Grenze zu Basel beliebt. «Das heisst der Bedarf steigt an Schulen, der Bedarf steigt an Zusatzbetreuung und der Bedarf steigt an Nachmittagsbetreuung» sagt Viola Rüegg. «Das ist eigentlich Gemeindeaufgabe, das zu strukturieren und wir möchten mit dem Forum der Gemeinde Unterstützung geben», so Rüegg. Gerade im Bereich Nachmittagsbetreuung sieht sie noch viel Handlungsbedarf.

Gemeinderat Schaub und Viola Rüegg sind sich aber einig, dass Muttenz schon einiges Richtig macht, wenn es um Angebote für Kinder und junge Erwachsene geht. Als Beispiele werden etwa all die Freizeitangebote genannt, welche die Gemeinde Muttenz zur Verfügung stellt.

Gemeinderatswahl im Februar

Am 9. Februar werden die Muttenzerinnen und Muttenzer an die Urne gebeten. Wie gross der Einfluss des Forums familienfreundliches Muttenz auf diese Wahl sein wird, ist kaum abzuschätzen.

Egal, ob alle bisherigen wiedergewählt werden oder die beiden Kandidaten Yves Laukemann der SP oder der parteilose Samuel Mathys in die Exekutive ziehen, Familienpolitik wird weiterhin auf der politischen Agenda in Muttenz stehen.

1 Kommentar

  1. Also der Gemeinderat hat meiner Meinung nach ziemlich einen an der Klatsche, wenn der Mittagstisch pro Kind CHF 24.– kosten soll. Für soviel Geld würde ich das sofort machen und würde mir dabei vermutlich noch eine goldene Nase dabei verdienen…..👎Report

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