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Der Telebasel News Beitrag 14. Januar 2020.

Schweiz

Genossenschaften als Allerheilmittel?

Die Schweiz entscheidet am 9. Februar darüber, ob sie Genossenschaften stärker fördern will. Am Dienstag fand der Auftakt zum Abstimmungskampf statt.

In einem Kaffee zwischen Genossenschaftswohnungen informieren die Initianten zur Vorlage «Mehr bezahlbarer Wohnungsraum». Ivo Balmer vom Verband Wohnbaugenossenschaften Nordwestschweiz erklärt, dass die Initiative zum Ziel hat, dass «der Gemeinnützige Wohnanteil national gestärkt wird und dass immer mehr Menschen genossenschaftlich wohnen können.» Zehn Prozent sollen es künftig sein, so zumindest verlangt es die Initiative.

Die Gegner der Initiative stören sich unter anderem an diesen zehn Prozent. Patricia von Falkenstein (LDP) ist etwa der Meinung, dass die Initiative zu stark in die Souveränität der Kantone und Gemeinden eingreife. «Es soll jede Gemeinde, jeder Kanton, das machen, was er nötig findet und was er braucht. Es macht keinen Sinn zehn Prozent über alles zu schlagen.»

Günstigere Mieten

Wohnungen in Genossenschaften sind laut einer Studie des Bundesamts für Wohnungswesen im Schnitt 15 Prozent günstiger. «Da Wohnungen nach dem Kostenmietmodell vermietet werden, bleiben sie dauerhaft bezahlbar.» Unter dem Kostenmietmodell versteht man, dass die Miete sich aus den Kapitalkosten, Verwaltungsaufwand und Bewirtschaftung zusammensetz und die Vermieter keine Rendite anstreben.

Für die Gegner fehlt aber die Aufsicht über die Genossenschaften und wer bei ihnen wohnen darf. «Es ist nicht so, dass in den Genossenschaften nur Leute wohnen, die es nötig haben, eine günstige Wohnung zu bekommen, weil sie es sich nicht leisten können», ist etwa Patricia von Falkensteins Haltung. Kontrollen der Genossenschaften würden zudem Mehrkosten in der Verwaltung verursachen, so von Falkenstein.

Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» – Abstimmung vom 9. Februar 2020:

(Video: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)

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