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Der Telebasel News Beitrag vom 13. Januar 2020.

Basel

Grob unhöflich oder schon straffällig?

Manfred Harrer von der Gewaltfreien Aktion gegen Scientology muss sich unter anderem wegen übler Nachrede gegenüber Scientologen vor Gericht verantworten.

Auf dem Claraplatz verteilen häufig Scientologen Flyer und werben um neue Mitglieder. Daran stören sich Manfred Harrer und seine Mitstreiter der Gewaltfreien Aktion gegen Scientology, kurz GAGS. Deshalb versuchen er und andere GAGS-Mitglieder immer wieder, diese Standaktionen zu stören. Ziel ist es, den Passanten zu zeigen, dass sie es mit Mitglieder von Scientology zu tun haben.

Aktionen führen vor Gericht

Doch waren die Aktionen gegen Scientology alle rechtens? Harrer erhielt Anfang Jahr Post der Staatsanwaltschaft Basel. Der Strafbefehl verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von über 4300 Franken. Da er diese Busse nicht akzeptierte, muss das Gericht nun darüber entscheiden, ob sich Harrer bei seinen Aktionen gegen die Scientology-Mitglieder strafbar gemacht hat, oder noch in den Grenzen des erlaubten bewegt hat. Konkret werden ihm Beschimpfungen, üble Nachrede, Drohungen, Tätlichkeiten und versuchte Nötigung vorgeworfen.

Für Harrer selbst ist klar: «Ich betrachte das nicht als Straftat, sondern als grobe Unhöflichkeit, wenn ich mich auf der Almend in ein Gespräch einmische.» Anders sehen das Mitglieder von Scientology wie etwa Rolf Moll: «Da wird einfach reingerannt, reingeschrien oder reingestanden bei einem Gespräch, dort ist einfach die Grenze.» Für ihn ist dann auch klar, was er vom Gericht erwartet: «Grundsätzlich, dass die Selbstjustiz, welche dieser Mann an den Tag legt, dieses eigenmächtige Handeln, bei dem er der Meinung ist, es sei das richtige Handeln, einfach Mal eingeschränkt wird.»

Steht nicht drauf, was drin ist

Auch ein Grund, wieso Harrer und seine Mitstreiter ihrer Stimme gegen Scientology erheben ist, dass die Scientology häufig unter anderem Namen agiere. So sei beispielsweise beim Verein für Drogen Prävention «Sag Nein zu Drogen» nirgends ersichtlich, dass es sich um eine Unterorganisation von Scientology handle. Rolf Moll sagt hingegen, «Sag Nein zu Drogen, sag ja zum Leben ist ein eigenständiger Verein, mit anderen Zielsetzungen als Scientology.»

Man wolle sich auch nicht bedeckt halten, so Moll. Grundsätzlich sei alles Online aufgeführt. Ihr Problem sei aber «wenn wir uns anschreiben, wird uns vorgeworfen, wir machen Werbung für Scientology, wenn wir es nicht machen, heisst es wir sein eine Tarnorganisation.»

Kein Ende der Aktionen

Für Harrer und seine Mitstreiter der GAGS ist klar, dass selbst eine Verurteilung nicht das Ende ihrer Aktionen gegen Scientology bedeuten würde. «Egal ob Freispruch oder Verurteilung, unser Widerstand geht weiter und wenn ich verurteilt werde, sage ich mir: Jetzt erst recht!»

Es stehen Aussage gegen Aussage. Welchen dieser Aussagen das Gericht mehr glauben geschenkt hat wird sich am Freitag zeigen, dann verkündet das Gericht seinen Entscheid.

3 Kommentare

  1. Dasselbe von mir! Ich störe mich auch an Lies! (Salafisten, Koranverteiler) und den christl. Bibelfreaks die auf Allemend Schafe rekrutieren wollen. Letztendlich aber, liegt es an uns, uns nicht zu Schafen machen zu lassen, weder weisse noch schwarze.Report

  2. Ich finde es super was die Gags tut. Scientology spricht auf dem Claraplatz sogar Kinder an. Klar ist es unhöflich und vielleicht sogar frech, sich einfach in Gespräche zu drängen aber so wie ich es bis jetzt mitbekommen habe stellt dieser Typ eifach kritische Fragen und rät den Leuten sich nochmals genau über diese Sekte zu informieren bevor sie in das Scientology Gebäude gezogen werden. Ich wette der hat schon hunderte vor viel Leid und Druck in dieser Sekte bewahrt. Er tut das freiwillig für unsere Stadt um zu helfen und sicherlich nicht aus jucks. Etwas KulanzReport

  3. Ich unterstütze diese Leute von GAGS. Scientology sollte verboten werde,n. Ich drücke Herrn Harrer die Daumen dass er frei gesprochen wird.Report

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