Steve Guerdat trimphiert am CSI Basel. (Bild: Keystone)
Basel

Steve Guerdat triumphiert am CSI Basel

Steve Guerdat gewann die mit 210'000 Franken dotierte Weltcup-Prüfung von Basel. Der gebürtige Jurassier war somit die dominierende Figur des Wochenendes.

Steve Guerdat und sein zuvor unbekannter Wallach Victorio avancierten beim CSI Basel zum Traumpaar. Auf den Grand-Prix-Sieg vom Freitagabend folgte am Sonntag der Triumph im Weltcupspringen.

Den Weltklasse-Reiter Steve Guerdat muss man immer auf der Rechnung haben. Gleichwohl stand er am Rheinknie mit Victorio des Frotards nicht auf der Liste der Top-Favoriten. Bianca blieb ebenso im Stall wie Venard oder Alamo. Doch der Olympiasieger von London verfügt über eine derart hohe Qualität in seinem Stall, dass er als Einzelperson an Titelkämpfen für die Team-Medaille in Frage käme.

Dass Victorio gleich an seinem ersten Fünfsterne-Turnier derart auftrumpfen würde, war auch für Guerdat eine Überraschung. «Eigentlich wollte ich ihn nach dem Coup vom Freitag zurückziehen. Aber am Samstag fühlte er sich im Training derart gut an, dass ich ihn nochmals einsetzte», sagte der Sieger, der nun den Weltranglisten-Führenden Martin Fuchs bedrängen wird.

Guerdat reitet den Braunen erst seit vergangenen Mai. «Wir hatten einige Mühen, bis es mit uns klappte», schilderte er die Anfänge der Zusammenarbeit. «Er ist kein Einfacher.» Ob das Pferd im Stall von Elgg bleiben wird, muss sich weisen. Guerdat übernahm Victorio zusammen mit zwei Pferdehändlern, die an einem Weiterverkauf interessiert sind. Andererseits schenken die Prämien unter dem Weltklasse-Reiter auch tüchtig ein. Allein in Basel kassierte das Trio mit den Siegen in den zwei Hauptprüfungen über 100’000 Franken. «Wir müssen nun alles in Ruhe besprechen. Ich bin ein schlechter Pferdehändler und eigentlich nie an einem Weiterverkauf interessiert», sagte Guerdat.

Siegesserie hält an

Die Hauptprüfung in Basel sah zum dritten Mal in Serie einen Schweizer Sieger. 2018 und 2019 hatte Martin Fuchs im Sattel von Clooney triumphiert. Unter den 15 Paaren im Stechen befanden sich drei Schweizer Duos. Janika Sprunger, in der Nähe von Basel aufgewachsen, verfügt mit King Edward wieder über ein Pferd, das höchsten Ansprüchen genügt. Der zehnjährige Wallach absolvierte beide Umgänge fehlerfrei. Dies wurde mit Platz 9 belohnt. Jane Richard Philips mit Clipper belegte nach einem Abwurf den 14. Rang.

Guerdat hatte als achtletzter Reiter die Marke vorgelegt, die zum Sieg reichen sollte. Am nächsten kamen ihm noch der Franzose Julien Epaillard auf Queelette und der Belger Pieter Devos mit Apart. Die beiden büssten eine halbe beziehungsweise eine ganze Sekunde ein.

Fehler zum Auftakt

Der Weltranglisten-Erste Martin Fuchs musste die erfolgreiche Titelverteidigung gleich beim ersten Hindernis abschreiben. Silver Shine riss die Stange mit der Nachhand. Dies blieb aber der einzige Makel. Fuchs verfügt inzwischen über einen breiten Beritt, was ihm für die Höhepunkte der Saison mehrere Optionen gibt. Sein Top-Pferd Clooney ist unter anderem für die olympischen Spiele in Tokio 2020 vorgesehen. The Sinner, der ihn vor Weihnachten zum Weltcupsieg in London getragen hatte, soll es beim Weltcup-Final Mitte April in Las Vegas richten. Der Einsatz von Silver Shine war allerdings keine Notlösung. Mit dem Schimmel hatte der junge Zürcher 2019 in Genf, Lyon, Calgary und Aachen feine Resultate vorzuweisen. Der 11-jährige Wallach ist ein Versprechen für die Zukunft und soll auch in den Fünfsterne-Events weitere Erfahrung sammeln.

Bryan Balsiger, der sich noch als vierter Schweizer nach Guerdat, Fuchs und Pius Schwizer für den Weltcup-Final Mitte April in Las Vegas qualifizieren könnte, verpasste das Stechen nach einem Abwurf, den er auf seine Kappe nehmen musste. Der Neuenburger im Sattel von Clouzot de Lassus ritt aus der Kurve heraus einen Oxer nicht sauber an. Gleichwohl sah der 22-Jährige positive Aspekte: «Clouzot ist topfit für die nächsten Weltcup-Prüfungen.» Balsiger darf nun, um seine Chance für Las Vegas zu wahren, noch in Leipzig, Amsterdam, Bordeaux und Göteborg antreten.

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