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Gemütlich spaziert ein Fuchs über den Messeplatz. (Video: Leserreporter, Cyrill Rappo)

Basel

Fuchs auf Streifzug auf dem Messeplatz gesichtet

Ein Video zeigt einen Fuchs, der über den Messeplatz läuft. Wilde Tiere in Basel sind allerdings keine Seltenheit, wie die zuständigen Behörden sagen.

Cyrill Rappo wartete zu später Stunde auf sein Tram, als er einem Fuchs begegnete: Mitten auf dem Messeplatz, mitten im Dezember. «Es ging alles sehr schnell», schildert der 26-Jährige gegenüber Telebasel. «Als er mich sah, hat er mich kurz angeschaut und ging wieder davon.»

Ein Foto und ein Video vom Vorfall schickte Cyrill Rappo als Leserreporter an Telebasel. Der Basler war erstaunt über die Begegnung: «Ich habe mich gewundert, dass ich den Fuchs überhaupt in der Stadt antraf», erzählt er. Er habe noch nie ein solches Tier in der Stadt gesehen. Es war auch das erste Mal überhaupt, dass er einen Fuchs so aus der Nähe sah.

Fuchsbestand variiert

Das Treffen lieferte Stoff für Diskussionen: Mit seinen Kollegen habe Rappo besprochen, ob es sich beim Vierbeiner tatsächlich um einen Fuchs handle, oder nicht doch um einen Marder.

Bei dem Tier handelt es sich aber definitiv um einen Fuchs. Das bestätigt Toprak Yerguz, Mediensprecher beim Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt.

«Die Populationsbestände von Füchsen variieren stark. Daher können die Fuchsbestände jährlich ändern», sagt Yerguz zur Zahl der Füchse in der Region. Ausschlaggebend für die Variierungen seien oftmals Krankheiten und Seuchen, wie die Fuchsräude, die eine Fuchspopulation stark reduzieren können.

«Einschätzung unserer Fachleute nach bewegen sich die Bestände derzeit im normalen Bereich», heisst es weiter.

Weitere wilde Stadtbewohner

Wildtiere in Basel seien keine Seltenheit. «Wildtiere haben die Stadt schon seit längerer Zeit als Lebensraum erobert», führt Toprak Yerguz aus. So machte im August beim Bruderholz ein Fuchs auf sich aufmerksam, als er die Tramgleise blockierte. Zu den wilden Bewohnern der Stadt gehören zum Beispiel Dachse, Steinmarder, Saatkrähen und auch die Stadttaube, die verwilderte Haustaube.

Die Gründe, weshalb sich Wildtiere in der Stadt aufhalten seien unter anderem das hohe Nahrungsangebot und ideale Rückzugsmöglichkeiten.

Die Basler Kantonspolizei erhält dabei immer wieder Meldungen von Fuchssichtungen, wie Yerguz ausführt. «Auch hier ist die Zahl natürlich schwankend. Generell hat die Zahl der Meldungen aber in den letzten Jahren etwas abgenommen, möglicherweise, weil die Bevölkerung mittlerweile eine Fuchssichtung in der Stadt als normal empfindet.»

Diesen Fuchs hat Leserreporter Cyrill Rappo am Messeplatz angetroffen. (Bild: Leserreporter, Cyrill Rappo)

Bei den eingehenden Meldungen handele es sich sowohl um Sichtungen als auch um verursachte Schäden. «Oftmals werden Schäden in Gärten, beispielsweise verursacht durch Dachse, gemeldet.»

Lärmige Stadtbewohner

Auch durch Steinmarder oder Stadttauben verursachte Schäden in und an Gebäuden werden dem Behörden gemeldet. Bei den Tauben spielen hautsächlich Verunreinigungen an Fassaden, zum Beispiel durch Taubenkot eine Rolle.

«Ebenfalls haben Saatkrähen die Städte in der Schweiz erobert. Namentlich im Frühjahr verursachen Saatkrähen Lärm, der zu Klagen führt», wie es seitens der Behörde heisst.

Nicht füttern, nicht anfassen

Obwohl die Wildtiere inzwischen Teil der Stadt sind, gilt es dringend, sich an Verhaltensregeln im Umgang mit den Tieren zu halten. So sollten die Wildtiere grundsätzlich so belassen werden, wie sie sind: «Nicht anfassen, nicht anlocken, keinesfalls anfüttern und keinesfalls mit nach Hause nehmen», sagt Toprak Yerguz.

Bei Unklarheiten gäben die Spezialisten der Kantonspolizei Basel-Stadt gerne Auskunft. «Wildtiere können und dürfen natürlich beobachtet werden: Man darf sich durchaus über eine Begegnung freuen, da Wildtiere wie erwähnt zur Stadt gehören.»

Wenn ein Wildtier doch einmal Hilfe braucht, dann merkt man das oft am Verhalten: «Verletzte Tiere können sich aggressiv oder orientierungslos verhalten. Normalerweise flüchten sie oder gehen einem bewusst aus dem Weg», sagt Yerguz. Verirrte Wildtiere, die zum Beispiel in einen Schacht gefallen sind, erkenne man leicht. «Solche Sichtungen sollten uns immer gemeldet werden, damit dem Tier umgehend geholfen werden kann.»

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