Regio Energie Solothurn gewinnt den Watt d'Or in der Kategorie «Erneuerbare Energie». (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Regio Energie Solothurn erhält Preis für furzendes Urbakterium

Das Stadtwerk Regio Energie Solothurn erhält 2020 den Watt d'Or für Erneuerbare Energie. Ihr Projekt ist ein Urbakterium, das durch Furzen Biomethan erzeugt.

Das Stadtwerk Regio Energie Solothurn ist einer der Preisträger der diesjährigen Watt d’Or. Das Bundesamt für Energie (BFE) kürte das Projekt in der Kategorie «Erneuerbare Energien» für ein Urbakterium, das durch Furzen Biomethan erzeugt.

Dazu frisst das Urbakterium Wasserstoff und CO2 und macht daraus Biomethan. Dieses wird dann ins Erdgasnetz eingespeist. Diese sogenannte biologische Methanisierung findet im Hybridwerk der Regio Energie Solothurn in Zuchwil statt. Das Urbakterium darf dort «munter vor sich hinfurzen», wie das Bundesamt für Energie (BFE) am Donnerstag das Projekt in einer Mitteilung vorstellt.

Das BFE zeichnet mit dem Watt d’Or innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen aus, welche «die Energiezukunft bereits heute erfolgreich und mutig in die Praxis umsetzen». Fünf Sieger-Projekte wurden dieses Jahr auserkoren.

In der Kategorie «Energietechnologien» wurde die ZHAW, die Klima- und Lüftungsbauer Schmid Hutter AG Winterthur und die Meyer Orchideen AG für ein thermochemisches Energieversorgungsnetz im Orchideen-Gewächshaus ausgezeichnet. Dieses kann Energie als chemisches Potenzial in einer Salzlösung beliebig lang und ohne Verluste speichern.

Leise Fahrzeuge ohne CO2

Ebenfalls einen Preis erhielt die Viktor Meili AG für ihre Elektro-Kommunalfahrzeuge. Diese sind sehr leise und stossen beim Fegen von Quartierstrassen kein CO2 mehr aus. Ähnlich die Elektrolastwagen der Designwerk Products AG: Die 26 Tonnen schweren Kehrichtlastwagen entsorgen den Abfall ohne CO2. Sie sind zwar doppelt so teuer, kosten im Betrieb aber 80 Prozent weniger. Beide Unternehmen erhielten den Preis in der Kategorie «Energieeffiziente Mobilität».

Ausgezeichnet in der Kategorie «Gebäude und Raum» wurde die ETH Zürich für den Energietransport ihrer erneuerbaren Wärmeversorgung auf dem Campus Hönggerberg. Die Versorgung speichert in 200 Meter tiefen Erdsondenfeldern Bodenabwärme im Sommer und gibt sie im Winter wieder zum Heizen frei. Für den Energietransport sorgt ein Niedertemperaturverteilnetz, ein sogenanntes Anergienetz.

Der Watt d’Or wird zum 13. Mal verliehen. Die Auszeichnung ist nicht dotiert, entsprechend werden keine Preisgelder ausgeschüttet. Für die diesjährige Ausgabe sind 45 Bewerbungen eingereicht und von Experten beurteilt worden.

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