Eine mögliche kostenpflichtige Entsorgung von Karton und Altpapier sorgt bei der Community für hitzige Diskussionen. (Bildmontage: Telebasel)
Basel

Hitzige Diskussion um mögliche Gebühr für Altpapier-Entsorgung

Eine mögliche kostenpflichtige Entsorgung von Papier und Karton sorgt im Netz für heftige Diskussionen. Bei der Mehrheit stösst eine Gebühr auf klare Ablehnung.

Wegen des Preiseinbruchs für Altpapier und Karton ist die Entsorgung für die Gemeinden nicht mehr kostendeckend. Hätten sie im vergangenen Jahr noch 70 Franken pro Tonne bekommen, sind es nun nur noch zehn Franken. Die Entsorgung von Altpapier und Karton könnte somit bald kostenpflichtig sein. Mögliche Lösungen sind Abfallmarken oder eine Grundgebühr. Klar ist: Das Thema beschäftigt die Telebasel Community und sorgt für hitzige Diskussionen.

Für Werbung zahlen? Nein danke!

Bei einigen Facebook Usern sorgt die Möglichkeit kostenpflichtiger Entsorgung von Karton und Altpapier für rote Köpfe, da ihrer Meinung nach der Grossteil des Altpapiers unerwünschte Werbung sei. «Da wird man mit Werbung und Zeitungen zugeschüttet, dann soll man auch noch für deren Entsorgung zahlen – das geht ja gar nicht», ärgert sich Charlotte Erni.

Damit ist sie nicht die einzige. «Ich bin nicht bereit, für diesen Müll zu zahlen», lässt sich Georg Ulmann aus. Eine Userin meint, die Absender sollen ihre Zeitschriften und Werbe-Flyer zurücknehmen.

Auch Roger Künzler findet es «eine bescheuerte Idee». Er argumentiert jedoch, dass die «Kleinen» mit der Massnahme bestraft würden. Es würde also die Leute treffen, die vom Verteilen der Werbung leben. Zudem würden sicher einige in der Folge den Karton und das Altpapier im Hausmüll entsorgen. Diese Sorge teilen einige User.

Umweltschutz adé!

Das Ende der Abfalltrennung, illegale Entsorgung und somit eine Erhöhung der Steuergelder sind laut einigen Usern die Folge einer kostenpflichtigen Entsorgung. «Endlich hat man das Volk so weit, Abfall zu trennen und umweltgerecht entsorgen zu lassen… und dann DAS!», empört sich Franziska Marti.

Konsumwahn rechtfertigt Gebühr

Der Vorschlag bringt allerdings auch positive Voten. Der heutige Konsumwahn mache die Massnahme nötig. «Es sind diejenigen, die alles online bestellen, die den Anstieg der Kartonberge verursachen», schreibt Olga Philomena Vonmoos. Ihr Vorschlag ist es, die Kosten auf die Bestellung zu setzen. Es liege an jedem von uns, das eigene Einkaufsverhalten zu ändern, so ein weiterer User. «Hast Du keinen Karton – bezahlst Du auch keine Gebühren», argumentiert er. Die Einführung einer Gebühr sei nachvollziehbar!

Auch ein anderer User kritisiert die Massen an Verpackung. Jedoch sieht er nicht bei den Käufern das Problem, sondern bei denen, die sie erlauben. Sprich, die Gemeinden und Hersteller «sollten sich dabei mal besser selbst an die eigene Nase fassen», findet er.

«Dafür braucht es so einigen Karton im Keller!»

Doch wie viel an Gebühren würden konkret überhaupt anfallen? Im Solothurnischen Grenchen ist die Gebühr auf Karton laut einer Userin bereits seit November 2019 eingeführt. Eine Menge bis zu 10 Kilogramm koste drei Franken. Ein Mal im Monat hole die Gemeinde den Karton «zum Glück» aber noch gratis ab. Lächerlich findet, so scheint es, ein User den Ärger über diesen kleinen Betrag. «Drei Franken für zehn Kilo? Dafür braucht es viel Karton im Keller!», so Michael Christen.

Schüler anheuern

Mit einer anderen Lösung kommt Nicole Läuchli daher. Die Schulen im Quartier oder gar «Arbeitsfaule» sollten das Altpapier und den Karton doch einsammeln.

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