Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 7. Januar 2020.
Basel

Vollgas geben fürs Auto

Der Basler Gewerbeverband will einen Richtungswechsel in der städtischen Verkehrspolitik. Er fährt gleich mit zwei Initiativen zum Thema ein.

«Es hat jetzt eine Tendenz angenommen, bei dem der Motorisierte Individualverkehr verteufelt wird». Dieser Meinung ist Beatrice Isler, Grossrätin der CVP. Desshalb sitzt sie auch im Initiativ-Komitee der beiden Vorlagen «Zämme fahre mir besser!» und «Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer».

Beide Vorlagen wollen eine Kurskorrektur in der aktuellen Basel-Städtischen Verkehrspolitik.

Rotlicht sorgt für rote Köpfe

Das Ziel der Vorlage «Zämme fahre mir besser!» ist unter anderem, dass der motorisierte Individualverkehr vor vermeidbaren Behinderungen und Gefährdungen geschützt wird. «Wir wollen den Tendenzen entgegenwirken, welche vorsehen, dass man die Stadt mit künstlichen Rotlicht-Staus praktisch abschottet», konkretisiert Marcel Schweizer, Präsident des Gewerbeverbandes Basel Stadt.

Zudem soll der Passus gestrichen werden, wonach der motorisierte Individualverkehr um zehn Prozent abnehmen soll. Dieser Zusatz gilt für die Jahre 2010 bis 2020. Die Regierung lies bereits verlauten, dass diese Ziel kaum erreicht werde, da bis Ende 2018 der motorisierte Individualverkehr nur um sechs Prozent abnahm.

Gemessen am Bevölkerungswachstum und der gestiegenen Wirtschaftsleistung, sei dieser Rückgang aber durchaus beachtenswert. In diesem Punkt sind sich sowohl Initianten, wie auch die Gegner der Vorlagen einig.

Kein Abbau bei den Parkplätzen

«Bei der Initiative ‹Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer›, sprechen wir den Parkplatz abbau an, den es zu verhindern gilt, respektive wenn Parkplätze abgebaut werden, sollen diese an anderer Stelle kompensiert werden», sagt der Gewerbeverband Präsident. Konkret sollen im Umkreis von 200 Meter die gleiche Parkfläche geschaffen werden, wie zuvor aufgehoben wurde. Zudem sollen Autos von Gewerbler gleich behandelt werden, wie jene von Anwohnern oder Lenkerinnen und Lenkern mit einer Behinderung.

Die Stadt soll dann auch nicht mit Parkplätzen zugepflastert werden, sagt Schweizer: «Es ist nicht unsere Absicht, etwas zurück zu verwandeln und schon gar nicht den Münsterplatz zu einem Parkplatz zu machen.» Auch der Barfi soll so bleiben wie er ist und nicht wie in den 1960er Jahre ein Grossparkplatz sein.

Keine Sympathien für den Gegenvorschlag

Wenig Sympathie haben die Initianten für den Gegenvorschlag, das weil dieser kein Kompromiss sei. Unter anderem will dieser, dass ab 2050 nur noch Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Antrieb auf den Strassen Basels unterwegs sind. Zudem ist der Punkt strittig, dass Car-Sharing Angebote forciert werden sollen.

«Es wäre Nachhaltiger in die Sensibilisierung der Bevölkerung zu investieren und die Forschung voranzutreiben im Bereich der nachhaltigen Mobilität», findet beispielsweise Beatrice Isler. «Wie wollen sie dieses Diktat von oben durchsetzen?», fragt sie nach. Für Schweizer braucht es die Frist von 2050 schlicht nicht, da die Innovation so schnell voranschreite.

Morgen informiert die Gegnerschaft der Initiativen zum Thema, mitunter auch über den Gegenvorschlag. Telebasel berichtet online und in den TV-News.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*