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Der Telebasel News Beitrag vom 7. Januar 2020.
Baselland

«Die Regierung in der Türkei ist ein Feindbild für Linksextreme»

Linksextreme planten einen Anschlag auf einen Bucktner Halal-Schlachthof. Extremismus-Experte Samuel Althof ordnet die Ereignisse im Interview ein.

Der Versuchte Brandanschlag auf eine Halal Metzgerei in Buckten sorgte am Montag für Schlagzeielen: Linksextreme versuchten irrtümlicherweise den Schlachthof in Buckten in Brand zu setzen, sie gingen davon aus, dass der Erdogan-Anhänger, Murat Sahin, Miteigentümer des Betriebes sei.

Dem war nicht so, Sahin hat seit fast zwei Jahren keinen Bezug mehr zum Schlachthof. «Man hätte im Handelsregister nachschauen können, wer in dieser Metzgerei noch zuständig ist», so Extremismus-Experte, Samuel Althof, gegenüber Telebasel.

Schlechte Recherche

«Linksextreme versuchen für sich immer wieder ein Recherchetool aufzubauen. Manchmal sehr clever und manchmal nicht so gut», lautet Althofs Antwort auf die Frage, wie es zu solch einem Irrtum kommen konnte.

Eins sei hierbei wichtig zu berücksichtigen: «Linksextremismus muss man immer als eine internationale Geschichte anschauen», betont Althofer. Somit versuchen die, wie sie sich selbst bezeichnen, linksextremen Milizen, internationale Ziele, regional zu erreichen.

«Die Regierung in der Türkei ist ein Feindbild für Linksextreme. Die Täter dachten, dort ist jemand, der ihrem Feindbild entspricht und wollten in ihrem Sinn ein Zeichen setzten», mit diesen Worten begründet Althof den versuchten Brandanschlag auf den Schlachthof.

Extremismus keine grosse Bedrohung

«Linksextreme, die soweit gehen und Gewalt verstärkt ausüben wollen, können unseren Staat nicht gefährden», erklärt Althof. Das Ziel ihrer Milizen sei es, gewisse staatliche Strukturen und Systeme zu destabilisieren.

«Sie können den Staat höchstens punktuell stressen, das muss man wissen, wenn man eine Gewalteinschätzung darüber machen will», trotz gewaltsamen Ereignissen, sei keine ernste staatliche Bedrohung absehbar.

Zu den Zielen der Linksextremen nennt Althof eine Revolution. Diesen Schluss ziehe er aus  Aussagen und Taten der linksextremen Reihen. «Aber von dem sind wir weit weg. Wir haben keine so grosse Unzufriedenheit in der Gesellschaft, dass so etwas überhaupt möglich ist», so Althof.

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