Zenhäusern sorgte für den ersten Podestplatz eines Schweizers in Zagreb überhaupt. (Bild: Keystone)
International

Zenhäusern verpasst den Sieg um sieben Hundertstel

Ramon Zenhäusern verpasste den Sieg im Weltcup-Slalom nur knapp. Der Walliser musste sich dem Franzosen Clément Noël um sieben Hundertstel geschlagen geben.

Die Hundertstel sind Zenhäusern in diesem Winter bisher nicht wohlgesinnt. Beim Auftakt in Levi in Finnland hatten ihm neun Hundertstel zu Platz 3 gefehlt, nun fiel die Entscheidung noch knapper zu seinen Ungunsten aus. Der Walliser wollte darüber nicht gross lamentieren. «Es wäre vermessen, enttäuscht zu sein. Ein Podestplatz bei diesem Niveau ist immer gut.»

Das von Zenhäusern angesprochene Niveau hat im Slalom eine ungemeine Höhe erreicht. Die Ausgeglichenheit scheint grösser denn je. Seit dem Rücktritt von Marcel Hirscher gibt es zumindest bis jetzt keinen klaren Dominator. Deutliche Konturen sind in der aktuellen Slalom-Hierarchie noch nicht auszumachen. Rund ein Dutzend Fahrer sind befähigt, um den Sieg mitzufahren. In den drei bisherigen Rennen gab es drei verschiedene Sieger, die neun Podestplätze teilten sich acht Fahrer unter sich auf. Noël ist bisher der Einzige, der zweimal bei einer Siegerehrung dabei gewesen ist; in Levi war er hinter Henrik Kristoffersen Zweiter geworden.

Vinatzer, Marchant, Braathen

Kristoffersen kam am Sonntag nicht über Rang 19 hinaus. Auch Alexis Pinturault, der Gewinner des Slaloms in Val d’Isère, vermochte mit den Besten nicht mitzuhalten. Dem Franzosen blieb Platz 9, bezwungen von Fahrern, deren Namen in der Öffentlichkeit kaum oder überhaupt nicht bekannt sind, die aber für die stets grösser werdende Breite an der Spitze stehen.

Der Südtiroler Alex Vinatzer wurde Dritter. Das bisherige Bestergebnis des Junioren-Weltmeisters im Weltcup war Rang 12 gewesen. Der Belgier Armand Marchant, der in diesem Winter nach mehr als zweieinhalb Jahren verletzungsbedingter Absenz und sieben Operationen am linken Bein zurückkehrte, stiess mit Laufbestzeit auf Platz 5 vor. Der Norweger Lucas Braathen gewann dank Rang 6 seine ersten Weltcup-Punkte im Slalom, und Linus Strasser belegte Platz 7, nachdem er nach halbem Pensum Position 3 eingenommen hatte. Der Deutsche startete wegen eines Anfang Dezember erlittenen Kahnbeinbruchs mit einer Spezialmanschette an der rechten Hand.

Die Ausgangslage nach dem ersten Lauf, nach dem die ersten sieben Fahrer innerhalb einer halben Sekunde lagen, hatte Hochspannung versprochen. Und es wurde spannend. Zenhäusern hatte die letzte Zwischenzeitnahme im zweiten Durchgang noch mit drei Hundertsteln Vorsprung auf Clément passiert, musste sich dann aber hauchdünn geschlagen geben und verpasste so seinen vierten Weltcup-Sieg, den zweiten in einem Slalom nach seinem Triumph im letzten März in Kranjska Gora. Der Zwei-Meter-Mann hatte nach einem ersten Lauf schon einmal geführt. Im vergangenen Januar in Kitzbühel war er am Ende Sechster geworden.

Zenhäusern – und dann nichts

Zenhäusern, der in Zagreb als erster Schweizer überhaupt unter die ersten drei fuhr, war am Sljeme der Einzige seiner Equipe auf weiter Flur. Zweitbester Fahrer von Swiss-Ski war der Genfer Tanguy Nef auf Platz 24, Daniel Yule kam mit den Bedingungen überhaupt nicht zurecht und musste sich mit Rang 27 bescheiden. Loïc Meillard hatte die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasst. Luca Aerni, Sandro Simonet und Reto Schmidiger waren im ersten Lauf ausgeschieden.

Clément feierte seinen vierten Sieg im Weltcup, den ersten in diesem Winter. In der letzten Saison hatte er die Klassiker in Wengen und Kitzbühel gewonnen und auch das Saisonfinale in Soldeu in Andorra für sich entschieden. Der hochtalentierte Franzose gilt deshalb zu Recht als Nachfolger Hirschers. Ungeachtet der stets wachsenden Zahl an Herausforderern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*