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Der Telebasel News Beitrag vom 3. Januar 2020.
Baselland

Das Bürgerhaus Pratteln ist jetzt ein interaktives Museum

Das Bürgerhaus Pratteln öffnet wieder. Das historische Gebäude ist nun ein interaktives Museum und ein lebendiger Begegnungs- und Veranstaltungsort.

Diesen Sonntag öffnet das Bürgerhaus Pratteln nach einer mehrjährigen Umbauphase wieder seine Türen. Seit Neujahr ist das historische Gebäude ein interaktives Museum und ein lebendiger Begegnungs- und Veranstaltungsort. Das Programm ist kulturell und kulturell-kulinarisch gestaltet, heisst es in einer Mitteilung.

Breitgefächertes Angebot

Dank der Finanzierung durch die Pratteler Bürgergemeinde und das Patronat konnten sich viele Fachpersonen mit diversen Themen intensiv beschäftigen. Diese reichen sogar bis zurück in die Steinzeit. In der multimedial gestalteten Ausstellung treffen die Besucher vom Faustkeil bis zur chemischen Industrie und der Zuwanderung der Rekrutierungsengpässe viel Wissenwertes an.

Die neue Dauerausstellung ist in drei Themenschwerpunkte gegliedert: «Die Industrie gibt den Takt an – Industriegeschichte», «In Pratteln zu Hause – Identität und Heimat» und «Streifzug durch 300’000 Jahre – Vorindustrie». Eines der Herzstücke des Museums ist die «Alderbahn». Sie ist eine Modelleisenbahn mit lieblichen Miniaturkulissen, blinkenden Signal-Lämpchen und komplexen Rangiermanövern.

«Ich will frischen Wind einbringen»

Johanna Schmucki übernahm am 1. November 2019 die Leitung des Bürgerhauses. Sie freue sich riesig auf die Neueröffnung am Sonntag, sagt sie gegenüber Telebasel. «Ich will auf jeden Fall frischen Wind einbringen», so die 35-jährige.

Besonders wichtig sei ihr, dass die Schulen vom interaktiven Angebot profitieren können. «Es wäre schön, wenn jedes Pratteler Kind von sich behaupten könnte, dass es etwas über die Gemeindegeschichte weiss.»

«Dann hat er einfach sein Werkzeug hingeschmissen und ist gegangen»

Die Ausstellung wurde inhaltlich vom Atelier Degen+Meili gestaltet. Für die Planung, Recherche und Ausarbeitung investierte das zweiköpfige Team zwei Jahre. Mit dem Ergebnis sind Jennifer Degen und Lukas Meili zufrieden.

«Wir hatten schon viele schlaflose Nächte, da ist man schon erleichtert, dass es gut raus gekommen ist», so Degen. Die Arbeit für die Ausstellung habe ihr und ihrem Kollegen Meili Spass gemacht.

Besonders die Zusammenarbeit mit den Pratteler Bürgern empfand das Team als sehr interessant. «Jemand hat uns erzählt, er habe in der Buss seine Lehre gemacht, nach der Lehre sei er weiterhin wie ein Lehrling behandelt worden. Dann habe er einfach sein Werkzeug hingeschmissen und sei gegangen. Am nächsten Tag habe er bei Firestone gearbeitet» – etwas, dass man sich heute nicht mehr vorstellen kann. Doch im Pratteln der 70er-Jahre war das ein wahres Ereignis.

Diese und weitere historische Geschichten über Pratteln kann man ab Sonntag im Bürgerhaus nachlesen, -hören und -empfinden.

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