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Tierschützer Oliver Bieli sah Smajic während einer von ihm durchgeführten Kampagne auf der Strasse und fotografierte sie ohne ihr Wissen. (Screenshot: Facebook)
Basel

«Ich trage keinen Pelz»

Eine Tierschutzorganisation kritisiert die Fernsehmoderatorin Adela Smajic in den sozialen Medien wegen ihrer Jacke. Diese wehrt sich nun gegen die Vorwürfe.

Tierschützer Olivier Bieli war Anfang Dezember im Namen der Organisation «Hilfe für Tiere in Not» in der Basler Innenstadt unterwegs. Gemeinsam mit Freiwilligen verteilte er Flyer zur Kampagne «Basel pelzfrei» an Passanten und hielt zudem Mahnwachen vor Läden, die angeblich Echtpelz verkaufen.

Dabei bemerkte er Adela Smajic. Diese trug einen beigen Mantel, scheinbar aus Pelz, woraufhin Bieli sie ansprach: «Ich habe sie gefragt, ob ich ihr erklären darf, wie brutal Tiere für Pelzmode getötet werden», sagte Bieli zur Basellandschaftlichen Zeitung bz. Smajic habe abwehrend reagiert.

Später postete Bieli auf der Facebook-Seite von «Basel pelzfrei» eine Fotomontage von Adela Smajic im Pelzmantel und daneben leidende Pelztiere in Käfigen. «Adela, zeig Herz. Leg den Pelz ab!» forderte er sie in dem Post auf. Der Beitrag vom 21. Dezember wurde rege kommentiert, geliked und geteilt.

Öffentliche Entschuldigung gefordert

Smajic reagierte umgehend auf den Facebook-Beitrag: «Sie haben mich heimlich fotografiert und ohne meine Erlaubnis die Bilder im Netz verbreitet, zudem in einem falschen Zusammenhang und haben falsche Behauptungen aufgestellt» schreibt sie in einer privaten Nachricht an Bieli, der diese als Screenshot veröffentlichte.

Sie forderte von ihm, den Beitrag zu löschen und sich öffentlich zu entschuldigen: «Hiermit fordere ich Sie auf, die Falschmeldung aus dem Netz zu löschen und sich öffentlich zu entschuldigen. Insofern dies nicht geschieht, sehe ich mich gezwungen, Sie bei der Polizei anzuzeigen».

Gegenüber Telebasel betonte Smajic nochmals, dass es sich bei dem Mantel nicht um echten Pelz handelt: «Ich trage keinen Pelz».

«Hätte gerne Werbung für sie gemacht»

Sie findet es «toll und wichtig», was die Tierschützer machen, kritisiert jedoch ihre Herangehensweise, was ihren Fall angeht: «Falsche Behauptungen in die Welt setzen, meinen Namen damit missbrauchen, um dann Aufmerksamkeit zu bekommen, finde ich nicht ok und sehr schade», erklärte die Baslerin.

Diejenigen, die sie kennen würden, wüssten zudem genau, dass sie oft und gerne für wohltätige Zwecke einstehe: «Ich hätte sonst sehr gerne Werbung für die Organisation und die Message gemacht».

Tierschützer kritisieren Beleidigungen

In einem offenen Brief den er auf Facebook publizierte, distanzierte sich Bieli von denjenigen, die Smajic mit Kommentaren beleidigt haben: «Von den durch Dritte in den Kommentarspalten geäusserten Beleidigungen gegen Ihre Person distanzieren wir uns in aller Form. Zudem bitte man darum, Pelzträgern, wie zum Beispiel Frau Smajic, nicht mit Beleidigungen oder gar Hass zu begegnen, so der Tierschützer. 

Dass Smajic überlegt, rechtliche Schritte einzuleiten, findet Bieli laut der bz «frech»: «Von einer Anzeige haben wir noch nichts mitbekommen, sehen einer solchen aber gelassen entgegen» zitiert ihn die Zeitung.

3 Kommentare

  1. Wieso erstaunt mich das Verhalten von der Dame nicht? Sie provoziert mit dieser Reaktion! Die Tierschützer haben Zivilcourage, und das allein ist ein grosses Lob wert! Weiter do!Report

  2. Typisch für diese radikalen Tierschützer. Denen ist jedes Mittel Recht um Aufmerksamkeit zu haben. Foto ohne Erlaubnis der Person Veröffentlich allein genügt schon für eine Anzeige. Dazu dann noch in einen völlig falschen Kontext zu stellen geht schon gar nicht.Report

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