(Bild: Google Street View/Telebasel)
Basel

«Nicht einmal mehr in der Kirche hat man seinen Frieden»

An Heiligabend stürmten Vermummte in Kleinhüningen den Gottesdienst von Pfarrerin Christine Dietrich. Die Telebasel-Community ist empört über diese Aktion.

Es waren unschöne Szenen, die sich an Heiligabend in einer Kirche in Kleinhüningen ereigneten. Vermummte Aktivisten stürmten einen Gottesdienst – sie trugen ein Transparent mit der Parole «Frieden statt Hetze». Die Aktion habe sich gegen die Pfarrerin Christine Dietrich gerichtet. Diese habe bis 2011 auf einem rechtsnationalen Blog in Deutschland Beiträge veröffentlicht.

In Bern wurde die Pfarrerin von ihrer damaligen Anstellungsbehörde für diese Aktion gerügt und entfernte sich in der Folge von dem Blog. Im Herbst 2019 wurde Christine Dietrich in den Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt gewählt, wobei viele Mitglieder dies kritisierten.

Grosse Empörung in der Telebasel-Community

Trotzdem ist die Empörung bei der Telebasel-Community über diese Aktion gross. Ihren Unmut tun viele User mit diversen Kommentaren auf Facebook kund. «Traurige und unverständliche Aktion an Heiligabend», schreibt eine Userin. Oder: «Brutale und herzlose Aktion». Ein solches Verhalten sei einfach nicht tolerierbar – vor allem nicht gegenüber den Besucherinnen und Besuchern des Gottesdienstes.

Vielen tun vor allem die Familien leid, die sich an besagtem Abend in der Kirche befunden hätten. So schreibt ein User: «Ehrenloses Pack, kein Respekt vor den Familien, die gerade beteten und das am Heiligabend».

«Frieden statt Hetze – welche Arroganz»

Für einige User ist eine solche Aktion und vor allem der verwendete Slogan pure Ironie. «Frieden statt Hetze – welche Arroganz, welche Ironie, aber vor allem, welches Überschreiten einer Hemmschwelle», heisst es.

In den Kommentaren wird sogar befürchtet, dass in Zukunft auch vor Kirchen Schutzpersonal eingesetzt werden müsse. «Laufe mal so in eine Moschee? Geht einfach nicht, egal was für ein Glaube. Es kommt noch soweit, dass man Schutzpersonal braucht wie vor den Synagogen», schreibt ein User.

Ebenfalls wird teilweise auch die Basler Staatsanwaltschaft kritisiert. Diese bestrafe nämlich linksradikale Aktionen viel weniger hart als solche von rechten Aktivisten.

Kritik an Pfarrerin

Während sich die meisten Reaktionen gegen die Aktivisten hinter dieser Reaktion richten, werden vereinzelt auch Stimmen in Zusammenhang mit Pfarrerin Christine Dietrich laut. So schreibt ein User: «Rechtsnationale Pfarrerinnen und Pfarrer gehören vom Amt entfernt. Diese Frau ist total unglaubwürdig».

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