Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 18. Dezember 2019.
Basel

Der Künstler mit dem Atelier auf dem Trottoir

Der Basler Künstler David Schulthess malt seine Bilder im Freien – auch im tiefsten Winter. Bis vor einem Jahr lebte er auch auf der Strasse.

Die Sitzbank vor der Kaserne ist sein Arbeitsort. Täglich setzt er dort den Pinsel für seine Acryl- und Ölgemälde an. Bereits in den frühen Morgenstunden trifft man ihn in seinem Freiluftatelier. Auch die kalte Jahreszeit hält ihn nicht vom Malen ab.

«Das ist meine Lebensgrundlage», sagt David Schulthess über sein Faible für die Malerei. Diese wurde ihm in die Wiege gelegt: Sein Vater war der bekannte Basler Künstler Jörg Shimon Schulthess.

Nichts wie weg von der Dreirosenanlage

Bis vor einem Jahr malte David Schulthess nicht nur auf der Strasse – er lebte auch dort. Er quartierte sich auf der Dreirosenanlage ein. Nachdem dort vor zwei Jahren der ebenfalls obdachlose Georges getötet wurde, erlangte dieser Park traurige Bekanntheit.

Nicht nur wegen der Kriminalität wollte David Schulthess von dort weg. «Ich will nicht draussen leben – mit zwei Herzinfarkten ist das ein relativ schlechter Ratgeber. Von daher bin ich froh, dass ich im Männerwohnhaus sein kann», sagt der ehemalige Obdachlose. Bis auf Weiteres hat er nun in dieser Einrichtung der Heilsarmee sein Zuhause.

Briefträger, Künstler und Familienvater

Das Leben von David Schulthess ist generell von Brüchen gezeichnet. Er verbrachte mehrere Jahre seiner Jugend in Israel. Mit dem Ausbruch des Libanonkriegs kehrte er in die Schweiz zurück. Einst arbeitete er als Briefträger. Der Vater mehrerer erwachsener Kinder verlor nach der Trennung von seiner Frau den Kontakt zu vielen Angehörigen. Das Leben als Obdachloser begann, als er vor ein paar Jahren sein Wohnatelier verlassen musste.

Nun hat er wieder eine Bleibe. Seit rund einem Jahr lebt David Schulthess im Männerwohnhaus. Zurück in die Obdachlosigkeit will er keinesfalls. «Ich will das niemandem gönnen, auf der Strasse zu leben». Seinen Atelierplatz unter freiem Himmel möchte er aber auch zu Winterzeiten nicht missen.

1 Kommentar

  1. Farbe über die Schuhe und auf den Boden, ist ja nicht sein Boden…, Farbe auf der Sitzbank, ist ja nich seine Sitzbank…. Passt irgendwie zu dem besprayten Betonkandelaber im Hintergrund… Schmierfinken haben wir schon genug! Nächstes mal bitte ein Loblied auf die Stadtreinigung, das sind die echten Helden von Basel! Merci!Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel