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Telebasel Spezialsendung vom 21. Dezember 2019
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«An Weihnachten muss ich immer weinen»

Für viele ist die Weihnachtszeit schön und besinnlich, aber nicht für alle. Telebasel begleitete drei verschiedene Menschen in der Vorweihnachtszeit.

Die Stadt erstrahlt wieder im Glanz der Weihnachtsbeleuchtung und überall duftet es nach Glühwein. Die Vorweihnachtszeit hat begonnen. Für viele ist das die schönste Zeit. Für andere die schwierigste. Besonders die Älteren unter uns spüren in dieser Zeit die Einsamkeit.

Weihnachten allein

«Weihnachten war für mich schon immer schwierig, an Weihnachten muss ich immer weinen», so Margrit Hof-Meier gegenüber Telebasel. Die 95-jährige Dame ist seit 22 Jahren verwitwet. Seit sie ihren geliebten Mann verloren hat, feiert sie alleine. Kinder hat sie keine – nur Verwandte, mit denen sie praktisch keinen Kontakt hat.

Aber Frau Hof-Meier lässt sich durch ihre Einsamkeit aber nicht unterkriegen, auch an Weihnachten nicht. «Ich bin es mir gewohnt, alleine zu sein. Das macht mir nicht viel aus. An Weihnachten esse ich was Gutes, trinke mein Glas Wein und schaue fern. Dann kullern ein paar Tränen und gut ist.»

Weihnachten durch den Augen eines Kindes

Anders sieht es beim fünfjährigen Henry aus. Der kleine Henry sieht die Weihnachtszeit noch ganz unbelastet und ist voller Vorfreude. «Ich liebe den Weihnachtsmann, ich liebe die Weihnachtsgeschenke, das Christkind liebe ich auch und den Weihnachtsbaum. Ich liebe einfach alles an Weihnachten.»

Auf die Frage ob er denn Angst hat vor dem dicken, bärtigen Weihnachtsmann, antwortet Henry sofort. «Nein gar nicht. Aber etwas frage ich mich, ich habe schon zwei Mal gesehen, dass der Weihnachtsmann auf dem Töff sass. Wieso macht er das?»

Shoppingwahn und Weihnachtsstress

Diese Frage stellt sich Jsabella Jauslin nicht mehr. Die Zeiten, als die 50-Jährige an den Weihnachtsmann glaubte, sind schon einige Jahre vorbei. Doch an diese Zeit erinnert sie sich gerne zurück. «Mein Grossmami war eine Märchentante. Als wir klein waren, hat sie uns erzählt, dass der Weihnachtsmann mit den sieben Zwergen im Wald lebt. An Weihnachten hat sie immer im Wohnzimmer den Baum geschmückt und die echten Kerzen angezündet, als wir dann rein durften, hat sie immer unauffällig den Vorhang bewegt. Damit wir das Gefühl hatten, dass das Christkind gerade aus dem Haus verschwunden ist.»

Jsabella Jauslin stammt aus einer traditionsreichen Muttenzer Bäckerfamilie, die Vorweihnachtszeit war besonders stressig für die Familie. «Mein Papi ist in dieser Zeit immer um 22 Uhr aufgestanden und in der Backstube verschwunden. Das waren immer sehr, sehr lange Tage. Da mussten alle mit anpacken.»

Mittlerweile hat die 50-Jährige ihr eigenes Schuhgeschäft in Muttenz. «Ich liebe es, Verkäuferin zu sein. Ich bin mit Leib und Seele Verkäuferin. Als ich aber in der Stadt im Verkauf gearbeitet habe, hab ich mir zur Weihnachtszeit einige Male gewünscht, dass ich für diese Zeit in einem Büro arbeiten gehen kann», lacht Jsabella Jauslin und fügt hinzu: «Die Weihnachtszeit in der Stadt im Verkauf ist einfach nur stressig und hektisch. Das liegt daran, dass mittlerweile der Ausverkauf früher anfängt und auf die selbe Zeit fällt. Das war immer sehr intensiv und hektisch. Auf dem Land ist das anders».

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