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Der Telebasel News-Beitrag vom 17. Dezember 2019.
Basel

Kein Bargeld mehr im Soho

Das Soho in der Steinenvorstadt wird die erste Bar in Basel, in der man nicht mehr mit Bargeld zahlen kann. Damit wollen die Besitzer gegen Diebe vorgehen.

Das Soho will die erste Basler Bar sein, die bargeldlos arbeitet. Ab Februar 2020 können die Kunden alle gängigen Kartenmodelle zur Zahlung verwenden. Münzen und Noten nimmt die Bar in der Steinenvorstadt aber nicht mehr an.

Diesen Schritt hat sich die Geschäftsleitung schon länger überlegt, wie Désirée Publioz von Marketing und Finance erzählt. Das Modell ist nicht neu, in anderen Ländern funktioniere es schon lange: «Skandinavien, besonders Schweden, ist bereits Vorreiter dieses Systems und dort funktioniert dies bereits einwandfrei».

Kein Bargeld wegen Dieben

Damit wolle man Trickbetrügern und Dieben das Handwerk legen: «Ein offensichtlicher Grund für die Einführung ist Diebstahl. Es ist viel Bargeld im Umlauf. Unsere Mitarbeiter haben Portemonnaies mit sich. Die können verloren gehen, vergessen werden oder eben gestohlen werden», führt Publioz aus.

Hat ein Kunde nur Bargeld dabei, bestehe in Ausnahmefällen die Möglichkeit, sich eine Soho Debitkarte mit Bargeld aufzuladen. Damit zeigt sich die Bar zwar progressiv, geht aber auch Risiken ein: «Wir wissen, dass diese Umstellung bei vielen Baslern zu hitzigen Gemütern führen wird. Wir versuchen, dies mit positivem Verständnis durchführen zu können», so Désirée Publioz. Für die meisten Kunden dürfte es keine Umstellung sein, ein Grossteil zahle laut Publioz bereits mit Karte.

Wenig Datenschutz bei Kartenzahlung

Doch es gibt auch Kritik, wie eine Umfrage in der Innenstadt zeigt: «Ich bin Fan vom Bargeld. Dann weiss man, was man ausgibt. Mit der Karte weiss man es nicht. Die lässt man einfach liegen und dann konsumiert man auch mehr», meint Sven Poslusny aus Basel. Auch Jan Poslusny zeigt sich skeptisch: «Mit Bargeld weiss man, was man hat und vor allem weiss der Staat auch nicht alles über einen».

Der Datenschutz nehme durch die zunehmenden Kartenzahlungen in der Schweiz tatsächlich ab, gibt Rechtsanwalt Martin Steiger zu bedenken: «Bei der Zahlung mit der Karte oder mit dem Smartphone hat man immer das Tracking drin. Man hinterlässt Spuren und wird Teil digitaler Profile, die verwendet werden können».

Der Trend geht dennoch eindeutig hin zur Kartenzahlung. Auch Désirée Publioz ist überzeugt, dass bargeldloses Zahlen die Zukunft ist: «Ich denke, in den nächsten Jahren werden immer mehr Bars-, Restaurantbetriebe mitmachen, weil es ist ein allgemeiner Wandel, der da hin führt».

5 Kommentare

  1. Das Bargeld wird zuerst in einer Bar abgeschafft.. Ironie des Schicksals…
    Aber ansonsten: klar dagegen! Wir werden mit der Abschaffung der Bargelds unsere Freiheit mit verlieren. Das werdet ihr alle merken, wenn es zu spät istReport

  2. Da muss man kein Gesetz abändern – es ist auch nicht gesetzlich, dass man Karten akzeptieren muss.
    Ist freier Wille des Anbieters, welche Zahlmethoden er zur Verfügung stellt.
    Bestellen Sie mal im Internet mit Barzahlung … (na ja, SIE sind sicher einer der gar nichts im Internet bestellt, höchstens Kommentare schreibt) da musste auch kein Gesetzt angepasst werden.Report

  3. BRAVO! weiter so – das Bargeld muss kurzfristig verschwinden. Nebst dem dass es kostet die Noten zu drucken etc. etc. ist es auch ein Baktiernträger sondergleichen.
    Und wieder die Datenschutz-Paranoia, aber dann auf FB, Insta und Co. posten, was für eine geile Party es war … oder man an der Demo XY teilgenommen hat usw. Mal ein bisschen überlegen, was mit dem Mobile so alles sorglos in die Datenkraken geht.

    Nur dass es klar ist: ich bin 68 und bezahle wo immer es geht mit Twint (ärgere mich, wenn sie zwar die Kartenterminals herumschleppen aber Twint ist nicht freigeschaltet) oder halt dann Karte.Report

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