(Symbolbild: Keystone)
Basel

Demo führt nicht durch die Einkaufsmeile

Eine bewilligte Demo von linken Gruppierungen führt am Samstag nicht über den Messeplatz. Die Polizei legte eine andere Route via Wettsteinbrücke fest.

Viele Lichter, Musik von der Heilsarmee und unzählige geschäftige Weihnachtsbummler. So das übliche Bild an einem Adventswochenende. Wäre da nicht noch eine angekündigte Demo «gegen Imperialismus und Kapitalismus» am Samstagnachmittag.

Ursprünglich riefen die Organisatoren mit Flyern zur Besammlung am Messeplatz auf. Daraus wird aber nichts. Die Kantonspolizei Basel-Stadt bewilligte zwar die Kundgebung, jedoch auf einer anderen Route. Die Demonstrierenden ziehen nicht durch die Innenstadt. Von der Claramatte führt die Route um 14:30 Uhr via Claragraben zum Wettsteinplatz. Über die Wettsteinbrücke geht’s dann weiter Richtung St. Alban-Graben zum Theaterplatz. Somit kann auch die Stadtführung von Grabmacherjoggi ohne Bedenken die Innenstadt queren – wobei ein Plan B stehen würde:

Somit führt die bewilligte Demoroute nicht über die belebte Einkaufsachse vom Messeplatz über die Mittlere Brücke hin zum Barfi, schneidet sie aber einmal beim Claragraben. Wie Polizeisprecher Toprak Yerguz gegenüber Telebasel erklärt, habe eine «Einzelfallbeurteilung» zu dieser Lösung geführt. Dabei habe die Polizei abgeklärt, welche Parallelveranstaltungen am Samstag über die Bühne gehen. Schliesslich sei man zu dieser Lösung gekommen.

Keine Kollision mit singenden Kindern

Eine Rolle spielte dabei sicherlich, dass in der vorweihnachtlichen Innenstadt ziemlich viele Leute unterwegs sind. Auch sonst ist viel los. Die «Basler Zeitung» prophezeite kürzlich gar eine Kollision der Demonstranten mit musizierenden Kindern. In der Messe Basel werde nämlich am gleichen Tag der Konzertanlass «Sing mit uns!» stattfinden. Halten sich die Demonstrierenden an die bewilligte Routen, dürften die Befürchtungen vom Tisch sein.

Anonyme Verfasser vom «Komitee für internationale Solidarität» kritisieren in einer Medienmitteilung die «BaZ»-Berichterstattung. «Wir verfolgen mit der Demonstration ein politisches Ziel und dies besteht mit Sicherheit nicht darin Primarschüler*innen zu erschrecken», so das Demo-OK. Dies habe man dem Veranstalter versichert.

Lorenz Indermühle, Dirigent und Projektleiter von «Sing mit uns!» bestätigt auf Anfrage von Telebasel, dass sich jemand von Demo-Komitee bei ihm gemeldet hat. «Ich möchte mich von keiner Seite instrumentalisieren lassen», betont er. Dies gelte sowohl für die «BaZ» wie auch für das Demo-Komitee. Ihm sei wichtig, dass der Anlass mit den Kindern durchgeführt werden kann. 

Das Demo-Komitee bezeichnet sich als «Zusammenschluss von linken ausserparlamentarischen Gruppen». Dabei seien Organisationen und Einzelpersonen aus Brasilien, Kolumbien, Chile, Mexiko, Katalonien wie auch kurdische und tamilische Gruppen beteiligt. Auf dem Flyer nehmen sie Bezug auf zahlreiche Revolten weltweit. So werden etwa Hongkong, Libanon, Bolivien und Algerien genannt.

Mehr dazu am 14. Dezember 2019 um 18:30 Uhr und ab 19:00 Uhr stündlich in den Telebasel News.

2 Kommentare

  1. Seltsam, also Gruppierungen aus Brasilien, Kolumbien, Chile, Mexiko, Katalonien wie auch kurdische und tamilische Gruppierungen, aus nicht imperialistischen und kapitalistischen Ländern, welche in der reichen Schweiz ein Zuhause bekommen haben, da hier genug Geld vorhanden ist, demonstriert nun gegen die Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft unseres Landes. Es scheint, diesen lieben Menschen hier anscheinend nicht zu gefallen!Report

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