Romain Loeffel (Zweiter von rechts) brillierte gegen Russland mit vier Toren. (Keystone)
Schweiz

Schweiz gewinnt Vierländerturnier in Visp

Das Eishockey-Nationalteam gewinnt in Visp das Vierländerturnier. Die Schweizer besiegten im Final Russland Olympia mit 8:2.

Die Russen starteten im Oberwallis unter der Bezeichnung «Russland Olympia», obwohl es in den nächsten vier Jahren für Russland keine Olympischen Spiele mehr geben soll. Russlands A-Nationalmannschaft steht in dieser Woche in Moskau am eigenen Vierländerturnier im Einsatz, verlor am Donnerstag vor fast 12’000 Zuschauern gegen Schweden (3:4) und trifft am Wochenende auf Tschechien und Finnland.

Das ist wichtig, damit der höchste Länderspielsieg gegen Russland richtig eingeordnet werden kann. Erst einmal – im Dezember 1998 in Poprad – besiegte die Schweiz eine russische B-Auswahl zuvor mit fünf Goals Unterschied (damals 6:1).

Aber auch Siege gegen Russlands U25-Auswahl entsprechen keiner Selbstverständlichkeit. Seit dem 22. April 2017 und einem 2:0-Heimsieg in Biel verlor die Schweiz acht Länderspiele hintereinander gegen Russland, drei davon gegen die B-Auswahl.

Die Schweizer spielten in Visp famos – und sicherten sich so im zweiten Zusammenzug der Saison schon den zweiten Turniersieg (nach dem Deutschland Cup im November in Krefeld). Vor einem Jahr in Luzern hatten die Schweizer gegen Russland Olympia den Final wegen dreier Gegentore in den ersten 17 Spielminuten mit 1:5 verloren. Diesmal starteten die Schweizer viel stärker und führten schon nach 13 Minuten 2:0. Thomas Rüfenacht und Romain Loeffel erzielten die Tore.

Romain Loeffel! Dem 28-jährigen Verteidiger gelang ein Länderspiel für die Geschichtsbücher. Als erster Verteidiger schoss er vier Tore im gleichen Länderspiel. Seit der Steinzeit erzielte nur ein Schweizer in einem Länderspiel vier Treffer: Felix Hollenstein an der B-WM 1994 beim 20:1 gegen China.

Wie schon im Halbfinal gegen Norwegen luden die Schweizer in Visp auch gegen die Russen zur Gala. Die Siegsicherung gelang erneut schon in der 30. Minute: Vincent Praplan, ein Walliser, erzielte im Powerplay per Ablenker das 3:0. In den beiden Partien in Visp erzielte die Schweiz vier Powerplay-Tore aus den ersten fünf Chancen. Das Überzahlspiel galt an den letzten Weltmeisterschaften oftmals als Schweizer Achillesferse. Am Ende spielten sich die Schweizer im Schlussabschnitt (5 Tore) in einen Rausch.

Nächste Spiele im Februar

Nationalcoach Patrick Fischer hofft, dass sein Nationalteam den Schwung ins neue Jahr mitnehmen kann. Die nächsten Länderspiele stehen im Februar auf dem Programm. In Herisau (6.) und Olten (7..) misst sich die Schweiz mit Deutschland in «Prospect-Games» mit Nachwuchsauswahlen. Die regulären Schweizer Internationalen treffen sich erst im April für die WM-Vorbereitung wieder.

Trotz Heim-WM im Mai in Zürich und Lausanne wäre es übertrieben zu behaupten, die Nationalmannschaft geniesse in dieser Saison erhöhte Priorität. Selbst in Visp, wo sich der Verband darum bemühte, mit der stärkstmöglichen Equipe anzutreten, spielten bloss neun Akteure der letzten A-WM mit. Im November und im Februar bietet Fischer Nachwuchsauswahlen auf. Für die meisten Titulare beginnt der WM-Countdown erst nach den Playoffs.

Visp bewährte sich

Entsprechend ist es nicht leicht, ein Vierländerturnier kurz vor Weihnachten zu vermarkten und zu verkaufen. Nachdem das Schweizer Heimturnier in den letzten Jahren aus Arosa und Biel und Luzern weg gezügelt worden ist, scheint es in Visp eine Heimat gefunden zu haben. An den beiden Spieltagen kamen insgesamt 6600 Zuschauer in die neue Lonza-Arena. Erst einmal, beim Swiss-League-Derby Visp – Sierre (4237 Zuschauer), besuchten mehr Fans die Halle als am Freitag beim Final Schweiz – Russland (3844 Zuschauer). Zu den Spielen ohne Schweizer Beteiligung kamen in Visp mehr Zuschauer als vor einem Jahr in Luzern zu Schweiz – Dänemark, was damals immerhin das erste Heim-Länderspiel nach dem sensationellen Silbermedaillengewinn von Kopenhagen war.

Das Turnier soll mindestens die nächsten zwei Jahre weiter in Visp stattfinden. Das Visper Swiss-League-Team dislozierte diese Woche für die Trainings ins Exil nach Adelboden.

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