Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen will die Mitarbeitenden mit «gutem Fundament in die Zukunft entlassen». (Bild: Keystone)

Schweiz

Migros verkauft Gries Deco und Depot – Globus soll folgen

Die Migros setzt den geplanten Verkauf seiner Tochterunternehmen fort. Depot und Gries Deco gehen zurück an Christian Gries
Die Migros hat einen Käufer für ihr Dekorations- und Einrichtungsgeschäft gefunden. Geschäftsführer Christian Gries aus der Gründerfamilie übernimmt die Gries Deco Holding mit ihrer Marke Depot als Alleineigentümer, wie die Unternehmen am Freitag mitteilten. Die Gruppe zählt 500 Standorte, davon 38 in der Schweiz.

Über den Kaufpreis und die Modalitäten des Verkaufs sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Migros-Sprecher Marcel Schlatter auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Die 38 Filialen in der Schweiz und die 342 Mitarbeitenden seien im Deal eingeschlossen, sagte eine Sprecherin der deutschen Gries Deco Gruppe. Für sie gebe es keine Veränderungen.

Fokus auf Weihnachtsgeschäft

«Die Filialen in der Schweiz sind sehr gut aufgestellt», sagte die Sprecherin. Es gebe keine Pläne für einen Abbau. «Jetzt liegt der Fokus erstmal auf dem Weihnachtsgeschäft.»

Der Gesamtarbeitsvertrag GAV, der bis Ende 2021 laufe, werde von den neuen Eigentümern übernommen, sagte Migros-Sprecher Schlatter. Sonstige Auflagen habe man nicht gemacht. «Wir wollten den neuen Besitzern die nötige Flexibilität ermöglichen.»

Riesenloch in der Migros-Kasse

Der Verkauf reisst ein Riesenloch von rund 400 Millionen Franken in die Migros-Kasse. Damit die Gries Deco Gruppe zuversichtlich in die Zukunft gehen kann, werde die Migros weitgehend auf eine Rückforderung der seit 2009 an die Gruppe gewährten Darlehen verzichten.

«Es ist uns wichtig, die Gries Deco Gruppe und ihre Mitarbeitenden mit einem guten Fundament in die Zukunft zu entlassen, auch wenn wir als Migros dadurch kurzfristig eine finanzielle Belastung in Kauf nehmen müssen», erklärte Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen im Communiqué.

Globus-Verkaufsprozess läuft noch

Die Migros hatte Ende Juni zum Paukenschlag ausgeholt und eine Reihe von Tochterunternehmen zum Verkauf gestellt. Neben der Gries Deco Gruppe wollte sich der «orange Riese» von der verlustreichen Warenhausgruppe Globus, vom Möbelhaus Interio und der E-Bike-Tochter M-Way trennen.

Sechs Interio-Läden hat die Migros mittlerweile an den österreichischen Möbelkonzern XXXLutz verkauft. M-Way wurde an die Swiss E-Mobility Group veräussert.

Bleibt noch Globus: «Der Verkaufsprozess für die Globus-Gruppe ist wie geplant im Gang und wird wie bereits kommuniziert längere Zeit in Anspruch nehmen», schrieb die Migros. Mit einem Verkaufsabschluss rechnet der Detailhandelsriese in der ersten Jahreshälfte 2020.

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