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Der Telebasel News Beitrag vom 11. Dezember 2019.

Baselland

Vierspurausbau Liestal rollt nach Fahrplan

Ein zusätzliches Gleis, ein neues Bahnhofsgebäude und Gesamtsanierung der Waldenburg-Bahn: Die SBB bauen intensiv in Liestal.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember des Jahres 2025 soll es so weit sein: Die S-Bahnen zwischen Liestal und Basel werden alle 15 Minuten fahren. Um dieses Ziel zu erreichen sind Anpassungen an der Gleisführung, eine Umgestaltung des Bahnhofareals und die Verschiebung des Perrons der Waldenburgbahn nötig. Intensive Eingriffe in das Stadtbild sind die Folge. Besonders umstritten waren und sind die Pläne der SBB neben den Bahnhof ein rund 50 Meter hohes Hochhaus zu bauen.

Grab- und Stützarbeiten

Mit viel Prominenz konnten die Bauarbeiten diesen Sommer aufgenommen werden. Mittlerweile klaffen grosse Baugruben südlich neben dem Bahnhofsareal. Die Arbeiten und Kosten des Projekts sind laut SBB im Moment im Soll. Das Sichern von Stützmauern und fertige Ausheben von Baugruben sind dann auch im Moment die vorbereitenden Massnahmen auf der SBB-Grossbaustelle.

Rund 80 Personen sind im Moment beschäftigt. Eine Zahl, die sich aber noch markant steigern wird, so Josef Lientscher, Gesamtprojektleiter der SBB in Liestal. «Der Höchststand wird erreicht, wenn dann die Immobilienprojekte, sprich das neue Bahnhofsgebäude und Bürogebäude, im Jahre 2022 gebaut werden. Es werden bis zu 200 Leute sein.»

Mit einer Bauzeit von fast sieben Jahren ist das Mammutprojekt in Liestal eine langfristige Belastung für die Anwohner. Neben kaum zu verhinderndem Baulärm, wird der Verkehr zum Teil behindert. Durch den Um- und Ausbau des Bahnhofs müssen einige Strassen angepasst werden, so zum Beispiel die Oristalstrasse und deren Unterführung unter dem Bahnhof. «Wir sind ständig mit den Anwohnern in Kontakt und versuchen, die umgesetzten Verkehrsmassnahmen in Abstimmung mit der Polizei, dem Kanton und der Stadt regel-konform umzusetzen», so Lientscher.

Gleisarbeiten in der Nacht

Bis an den Gleisen selbst gearbeitet wird, vergeht aber noch einige Zeit. Erst in den Jahren 2021/22 werden neue Spuren verlegt. Das liegt daran, dass zuerst mehr Platz für das zusätzliche Gleis geschaffen werden muss, respektive die Strassenführungen verschoben werden müssen. «Die meisten Arbeiten an den Gleisen werden in der Nacht stattfinden», sagt Projektleiter Lientscher. Aus Sicherheitsgründen und um den Zugverkehr nicht all zu arg einzuschränken, werden diese Arbeiten abseits der Betriebszeiten durchgeführt. «Selbstverständlich wird es dann, wenn wir am Gleis arbeiten zu lokalen und temporären Zugausfällen kommen», gibt Lientscher jedoch zu.

Die Baustelle rund um den Bahnhof wird die Liestaler also noch mindestens bis 2025 beschäftigen. Die Achse Basel–Olten sollte nach diesen Ausbauten dann kein Flaschenhals mehr darstellen und der in die Jahre gekommene Liestaler Bahnhof in neuem Gewand erstrahlen.

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