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Der Telebasel News Beitrag vom 10. Dezember 2019.

Basel

Biozentrum wird bis zu einem Drittel teurer

Die Regierungen beider Basel rechnen beim neuen Biozentrum mit Mehrkosten von 70 bis 110 Millionen Franken. Die Eröffnung verzögert sich auf 2021.

Die Baugeschichte des ursprünglich mit Kosten von teuerungsbereinigt 338 Millionen Franken veranschlagten Neubaus des Biozentrums für die Universität Basel ist von Pech, Pleiten und Pannen geprägt. Die ursprünglich auf Herbst 2017 angesetzte Eröffnung musste wegen eines Rekurses eines unterlegenen Generalplaners einer langen Verkettung von Schadensfällen und «ungenügender Leistungen» von beauftragten Unternehmern mehrmals verschoben werden.

Gleich vier Regierungsräte beider Basel informierten als Vertreter der bikantonalen Bauherrschaft und Trägerschaft der Universität am Dienstag über den aktuellen Stand der Dinge. Mit einer Übergabe des «hochkomplexen» Baus an die Universität wird frühestens im vierten Quartal 2020 gerechnet. Die Uni wird dann weitere neun Monate für den Umzug und Testbetrieb für ihren Leuchtturm der Lehre- und Forschung in der Vorzeigedisziplin Life Sciences benötigen.

Die Kostenüberschreitungen werden mittlerweile auf 21 bis 33 Prozent geschätzt. Das wären Mehrkosten zwischen 70 und 110 Millionen Franken. Die Höhe der Mehrkosten hänge unter anderem davon ab, wie viele zusätzliche Kosten durch Versicherungsleistungen und Schadenersatzzahlungen gedeckt werden können, war zu erfahren. Im besten Fall wären dies 14 Millionen Franken.

Auch die Universität sieht sich mit indirekten Mehrkosten konfrontiert. Diese ergeben sich einerseits durch die Verzögerung des Bezugs des Neubaus. In Folge davon konnte weitere Neubauten nicht rechtzeitig in Angriff genommen werden. Die Uni hofft aber auf den Goodwill der beiden Basler Kantonsparlamente, dass sie unter dem Strich zumindest von den massiven direkten Mehrkosten verschont bleiben werde, wie Universitätsratspräsident Ulrich Vischer sagte.

Schlaflose Nächte

Der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP) sprach von einer «ungewöhnlichen Häufung von ausserordentlichen Ereignissen». Es sei das einzige Projekt in seiner elfjährigen Tätigkeit als Bauchef im Regierungsrat gewesen, das ihm wirklich schlaflose Nächte bereitet habe. Er räumte ein, dass die Planung und Ausschreibung des hochkomplexen Projekts offensichtlich den Anforderungen nicht genügt habe.

Hans-Peter Wessels im Interview:

(Video: Telebasel)

Wessels zählte zwei Wellen von Pannen und Schadenfällen auf: Alles begann mit dem Rekurs eines Generalunternehmers gegen die Auftragsvergabe. Es folgten der Konkurs eines beteiligten Unternehmers und eine ganze Reihe an Schadenfällen beim Brandschutz, bei den sanitären Einrichtungen, technische Störungen beim Sonnenschutz sowie eine ganze Reihe an Wasserschäden und am Schluss auch Vandalenakte.

Die eigentlichen Bauarbeiten seien mittlerweile «weitgehend» fertiggestellt, sagte der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP), der den Vorsitz der Bauherren-Lenkungsausschusses innehat. Die Schadenfälle seien «nach heutigem Wissenstand» behoben. Gegenwärtig sorge das Herauffahren der Gebäudeautomation bei den Verantwortlichen für Unsicherheiten.

Die beiden Kantone wollen nach eigenen Angaben ihre Lehren aus der missglückten Baugeschichte ziehen. So werden das Basler Finanzdepartement sowie die Baselbieter Finanz- und Kirchendirektion nach Projektabschluss eine externe Expertise in Auftrag geben, sagte Cramer.

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