Judi Dench feiert am Montag ihren 85. Geburtstag. (Archivbild: Keystone)

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Judi Dench alias James Bond-Chefin «M» wird 85

Die Schauspielerin Judi Dench feiert am Montag den 85. Geburtstag. Die Britin ist als James Bonds Chefin «M» und als Königin Victoria in «Mrs Brown» bekannt.

Das Autofahren hat sie vor zwei Jahren aufgegeben, sie kann weder Kreuzworträtsel lösen noch Drehbücher lesen: Dame Judi Dench leidet an Makuladegeneration und hat grosse Mühe zu sehen. «Aber ich komme zurecht», sagte die Oscar-Preisträgerin der «Radio Times». An Filmsets lerne sie, wo sich alles befinde, so dass es gar nicht auffalle, wie wenig sie sehe.

Ein Glücksgriff

Zwar war sie in Grossbritannien schon lange für ihre Bühnen- und Fernsehrollen geschätzt, aber in internationalen Filmen spielte sie höchstens mal eine Nebenrolle. Doch dann entschieden sich die Bond-Produzenten, sie in «GoldenEye» (1995) als «M», die Chefin des legendären Geheimagenten James Bond, zu besetzen und die Serie damit zu modernisieren – ein Glücksgriff.

In sieben James-Bond-Filmen verkörperte Dench die unnahbare Chefin des britischen Geheimdienstes. In «Skyfall» (2012) starb «M» schliesslich in den Armen von 007. Einen letzten Mini-Auftritt hatte sie 2015 in einer Videobotschaft im Bond-Film «Spectre».

Mit über 60 katapultierte die Rolle der Königin Victoria in «Mrs Brown» (1997) die Aussenseiterin nach Hollywood und brachte ihr die erste Oscar-Nominierung ein. Fünf weitere folgten: Für «Chocolat» (2000), «Iris» (2001), «Mrs. Henderson Presents» (2005), «Notes on a Scandal» (2006), und das 2013er Drama «Philomena». Queen Victoria spielte Judi Dench übrigens ein weiteres Mal in Stephen Frears Komödie «Victoria & Abdul» (2017).

Den Oscar als beste Nebendarstellerin hatte sie schon 1999 für ihren knapp achtminütigen Auftritt als Königin Elizabeth I. in «Shakespeare in Love» abgestaubt. Zwei Jahre später starb ihr Mann, der Schauspieler Michael Williams, an Lungenkrebs. Kurz nach seinem Begräbnis stand sie wieder vor der Kamera, für das Drama «The Shipping News» – ihre Art zu trauern.

In der Welt der Spionage

Seit 2009 gibt es wieder einen neuen Mann an ihrer Seite, den Naturschützer David Mills. Sie lernten sich kennen, als er sie bat, ein Eichhörnchengehege in der Nachbarschaft zu eröffnen. Seither hat sie mehrere Dokumentarfilme zum Thema Naturschutz gedreht, zuletzt über die Vertreibung von Orang Utans auf Borneo durch Palmölplantagen.

Die Welt der Spionage lässt sie jedoch nicht los: Im Juli kam der Film «Red Joan» in die Kinos, in dem sie eine britische KGB-Agentin spielt, die Atomgeheimnisse an die Sowjets verrät. Und im Mai 2020 wird sie in der Disney-Verfilmung des Fantasy-Bestsellers «Artemis Fowl» als Kommandantin eines unterirdischen Geheimdienstes zu sehen sein.

Auch an Weihnachten müssen Fans nicht auf sie verzichten: In der Neuverfilmung des Musicals «Cats» von Andrew Lloyd Webber führt sie alt und weise als Old Deuteronomy die Jellicle-Katzen an, neben Stars wie Taylor Swift, Ian McKellen und Idris Elba.

Kein Wunder, dass sie zu den meistbeschäftigten britischen Schauspielern gezählt wird. Sich zur Ruhe zu setzen kommt für sie nicht in Frage. Der «Radio Times» sagte sie: «Ich mache das, was ich wirklich mein ganzes Leben lang machen wollte, und ich will nicht damit aufhören, vielen Dank.»

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