Die Einsatzkräfte in Presov löschen das Feuer nach der Gasexplosion in Presov. (Bild: Keystone)

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Sechs Festnahmen nach Gasexplosion in Presov

Bei einer Gasexplosion in einem zwölfstöckigen Haus in der Slovakei starben mindestens sieben Menschen. Nun wurden sechs Personen verhaftet.

Diese letzte noch vermisste Person habe sich nach allen vorliegenden Informationen im 12. Stockwerk befunden, das am meisten zerstört wurde, erklärte die Polizei.

Wie die Feuerwehr zuvor mitteilte, hatte sich die Explosion am Freitag kurz nach Mittag in einem der oberen Stockwerke des Hochhauses ereignet, der nachfolgende Brand breitete sich danach rasch aus. Erst am Samstagmorgen konnte das Feuer gelöscht werden.

Zwei Tage nach dem Unglück war es den Überlebenden weiterhin nicht erlaubt, das Gebäude zu betreten. Auch zahlreiche Bewohner von unmittelbar angrenzenden Nachbarhäusern mussten aus Sicherheitsgründen vorübergehend in Notunterkünfte ausweichen. Der Hauptgrund dafür war, dass sich weiterhin Gebäudeteile des zerstörten Hochhauses lösten und in die Tiefe stürzten.

Baumängel als Ursache

Die Unglücksursache wurde zwar auch am Sonntag noch untersucht, doch legten schon die bisherigen Ermittlungen eine ganze Reihe von unprofessionellen Umbau- und Installationsmassnahmen offen. Der regionale Feuerwehrchef hatte noch während der bis Samstagmorgen laufenden Löscharbeiten erklärt, die Explosion hänge vermutlich mit einem vor zwei Jahren nicht korrekt durchgeführten Umbau der Gasinstallation zusammen.

Er wies darauf hin, dass die Eigentümer diesen Umbau im Jahr 2017 ohne Genehmigung und trotz Widerspruchs der Feuerwehr durchgeführt hätten. Ausserdem hänge der rasche Einsturz des Treppenhauses während des Brandes, der den Einsatz der Rettungskräfte enorm behindert habe, mit ebenfalls nicht korrekt durchgeführten Umbauarbeiten zusammen.

Sechs Festnahmen

Am Samstagabend teilte die Polizei dann überraschend mit, sie habe in Zusammenhang mit dem Unglück sechs Personen festgenommen. Es handle sich um Geschäftsführer und Mitarbeiter von Baufirmen, die für Arbeiten zuständig waren, die erst am Unglückstag auf dem Gelände vor dem Gebäude durchgeführt worden seien. Details dazu sollten erst später bekannt gegeben werden.

Die slowakische Regierung versprach eine finanzielle Soforthilfe für die Betroffenen. Das Unglück löste im ganzen Land eine Welle der Solidarität aus. Neben der Stadtverwaltung richteten auch mehrere Hilfsorganisationen Spendenkonten für die Hausbewohner ein.

Die Polizei rief in diesem Zusammenhang die Bürger aber auch zur Vorsicht auf. Es habe sich gezeigt, dass auch manche Betrüger von der Situation profitieren wollten, indem sie mit vorgetäuschten Spendenaufrufen Geld auf eigene Konten lenkten.

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