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Im Sonntags-Talk diskutieren (v.l.n.r.) LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein, SP-Nationalrat Mustafa Atici und Radio Basilisk-Verleger Matthias Hagemann. (Bilder: zVg)
Basel

Nietzsche-Symposium, 50er-Nötli für Notfall und Demoflut

Patricia von Falkenstein, Mustafa Atici und Matthias Hagemann diskutieren im Sonntags-Talk über das Nietzsche-Symposium, die Gebühr für den Notfall und Demos.

Sexistisches Symposium für staatliches Museum?

Die staatlichen Museen haben die Auflage, Geld von Sponsoren aufzutreiben. Nun treibt diese Vorschrift – wertfrei formuliert – eigenartige Blüten. Laut der «bz Basel» «rettete» der Financier Peter Buser die neue Nietzsche-Ausstellung des historischen Museums mit 400’000 Franken.

Diesen Samstag veranstaltet er unter dem Titel «Ein Spielzeug sei das Weib dem Manne» ein hochkarätig besetztes Nietzsche-Symposium. Buser greift den Zarathustra-Roman von Nietzsche auf, in dem die Frau als willensschwach und führungsbedürftig dargestellt wird.

In «Also sprach Zarathustra» wird der «Gehorsam des Weibes» eingefordert. Im Ankündigungstext schreibt Peter Buser, er wolle diesen Gehorsamsaspekt als Kernpunkt diskutieren und: «Ich glaube, dass Frauen (nicht die Frau an sich!) diesen Gehorsam zu ihrem Glück durchaus leben können». Gegen diese «sexistische» Veranstaltung laufen die JUSO und die SP-Frauen Sturm.

Telebasel fragt: Ist das der passende Diskussionsansatz für eine Veranstaltung eines staatlichen Museums? Muss nicht generell die Finanzierung durch Sponsoren in Frage gestellt werden?

50 Franken Eintritt für die Notfallstation?

Wer die Notfallstation eines Spitals aufsucht, soll künftig 50 Franken zahlen müssen. Das forderte Ex-GLP-Nationalrat Thomas Weibel. Der Nationalrat gab ihm mit 108 gegen 85 Stimmen recht.

Befürworter sagen: Die Patienten sollen nicht wegen jeder Bagatelle unsere Notfallstationen belasten. Die Behandlung im Spital ist teurer als beim Hausarzt. Die Linke wehrte sich erfolglos: Die Gebühr belaste die Ärmsten, alte Personen und chronisch Kranke. Es drohten sogar Mehrkosten, indem sich mehr Personen stationär einweisen liessen, um die Gebühr zu umgehen.

Telebasel fragt: Wollen wir eine Eintrittsgebühr für die Notfallstationen? Bringt diese eine Entlastung?

Haben wir zu viele Demos in Basel?

Praktisch jede Woche haben wir mittlerweile eine Demo auf Basels Strassen. Wie «Prime News» meldete, ist für den 14. Dezember 2019 eine Grossdemo linker Gruppen angekündigt – während des Weihnachtsmarkts. Motto: «Für Freiheit und Gleichheit – Gegen Imperialismus und Kapitalismus».

Die «BaZ» rechnete diese Woche vor: «2019 fanden tatsächlich sehr viel mehr Kundgebungen statt als in den Vorjahren. Zwischen 2013 und 2018 stieg die Anzahl bewilligter und unbewilligter Demos langsam und schwankend von 85 auf 146. Im laufenden Jahr (Stand 28. November) waren es bereits 191 Kundgebungen – wobei vor allem die Zahl der unbewilligten Aktionen (79) sehr stark zugenommen hat».

Verhindert hat die Polizei keine Demo. Klar ist: Die Demos binden Polizeikräfte. Auch das Gewerbe hat keine Freude, vor allem wenn während der Herbstmesse oder des Weihnachtsmarkts Demos stattfinden.

Das Demonstrationsrecht ist ein hohes und wichtiges, verfassungsmässiges Gut demokratischer Teilhabe. Und man kann auch die Frage stellen, ob, wer nicht demonstriert, mit seinen Anliegen genügen politisch durchdringt. Andererseits kann man auch die Frage stellen, ob der öffentliche Raum jedes Mal herhalten muss, wenn eine Gruppe ihr Öffentlichkeitsmarketing betreibt.

Telebasel fragt: Haben wir zu viele Demos?

Der Telebasel News-Beitrag vom 5. Dezember 2019.

Patricia von Falkenstein, Mustafa Atici und Matthias Hagemann diskutieren über diese Themen ab 19:15 Uhr im  Sonntags-Talk vom 8. Dezember 2019.

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